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Die Tabelle lügt nicht – oder doch?

04.05.2021

Rein sportlich gesehen verspricht die anstehende Endrunde um die Deutsche Feldmeisterschaft der Damen und Herren echte Hochspannung. Von den acht qualifizierten Mannschaften geht keine als unantastbarer Favorit und andersherum auch keine als belächelter Außenseiter in den Titelkampf. Wer auf die Meister-Kombination Köln-Herren/Alster-Damen sein Geld setzen würde, hätte wohl die besten Aussichten auf einen Wettgewinn, weil diese beiden Teams in der Ligaschlussphase wie auch im Viertelfinale den souveränsten Eindruck abgegeben haben. Doch es wäre auch kein Riesenwunder, wenn beide schon im Halbfinale hängen blieben. Schließlich gehen ihre dortigen Gegner Berlin (Herren) und Düsseldorf (Damen) wie auch die weiteren Qualifikanten mit genügend Selbstvertrauen an den Start. Schade natürlich, dass der nationale Saisonhöhepunkt in Mannheim wegen der Pandemie vor gänzlich leeren Tribünen stattfinden muss. Den Fans bleibt nur ein virtuelles Fest beim Livestream auf dem Computerbildschirm.  

Die Tabelle lügt nicht – das ist so ein vor allem im Fußball-Geschäft oft gehörter Spruch. In Bezug auf die Hockey-Bundesliga trifft er im Spitzenbereich zu (das Final-Four 2021 bestreiten tatsächlich die vier punktbesten Herrenteams der Ligaphase; bei den Damen gibt es lediglich mit dem UHC eine Ausnahme, der als Drittbester im Viertelfinale ausschied), nicht aber im unteren Teil des Rankings. Tatsächlich sind mit den Herren des Crefelder HTC und den Damen des Rüsselsheimer RK jene zwei Teams abgestiegen, die mit weitem Abstand die meisten Punkte der Play-down-Beteiligten gesammelt hatten. Dass sie sich nun aus dem Oberhaus verabschieden müssen, ohne in einem einzigen von je drei Abstiegsspielen nach 60 Minuten der Verlierer gewesen zu sein, kommt als bittere Ironie dazu. Gerecht ist das irgendwie nicht und wirft damit die Frage auf, ob es für die Findung der Absteiger keine bessere Lösung gibt.

Aber steigen CHTC und RRK vielleicht doch nicht ab? Dieses Gerücht machte zu Wochenbeginn schnell die Runde, als die Folgen der abrupt abgebrochenen Saison der 2. Bundesliga öffentlich diskutiert wurden. Tatsächlich steht der Deutsche Hockey-Bund vor schwierigen Entscheidungen, wie er mit der neuen Situation umgeht. Gibt es in diesem Jahr überhaupt Absteiger aus der 1. BL und Aufsteiger aus der 2.BL? Wie sieht der Austausch zwischen zweiter Liga und den Regionalligen aus? Alle diese Spielklassen haben, im Gegensatz zur 1.BL, ihr Saisonprogramm coronabedingt nicht beenden können (oder haben wenig Aussichten, dies noch hinzubekommen). Müssen Ligen vorübergehend aufgestockt oder ganze Runden annulliert werden, um keine unzumutbaren Härten zu produzieren? Dass man es sicher nicht jedem recht machen kann, zeigen die umfangreichen Antworten, die wir auf unsere Umfrage von den Zweitligisten bekommen und in der DHZ 16 veröffentlicht haben.

 

Uli Meyer