29.09.2026
München und Lonnes – diese zwei Namen brachten in der vergangenen Woche Entscheide hervor, die für das deutsche Hockey in den nächsten Jahren prägend sein können. Beim einen handelt es sich um die deutsche Bewerberstadt, die nach ihrem Sieg auf nationaler Ebene nun die internationale Bühne betritt und um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 kämpft, samt einem Hockeyturnier im Sportpark Unterhaching. Und beim anderen geht es um Markus Lonnes, der vom Deutschen Hockey-Bund zum neuen Damen-Bundestrainer erkoren wurde und die Danas nach Los Angeles 2028 führen soll.
Nach der Ernennung kommt die Arbeit. Das trifft auf die Stadt München genauso zu wie auf Markus Lonnes. Von Olympia zu träumen, hilft alleine nichts. Natürlich darf und soll man seine Ziele fest im Kopf verankert haben, um sich gerade in schweren, düsteren Momenten an diesem hellen Licht am Horizont orientieren zu können. Doch vordergründig wird viel und beständige Arbeit an kleinen und größeren Baustellen vonnöten sein, um voranzukommen.

Markus Lonnes mit seinen Schützlingen der weiblichen U16-Nationalmannschaft. Ihr gemeinsames Jahr 2026 verlief äußerst erfolgreich. In 17 Spielen blieben Mannschaft und Coach bei 14 Siegen und drei Unentschieden unbesiegt. Ob es für den neuen Danas-Cheftrainer mit der deutschen Damen-Nationalmannschaft ähnlich gut läuft, wird sich zeigen, wenn der 50-Jährige Mitte Oktober seinen neuen Job angetreten hat. Foto: Breithaupt
Honamas-Kapitän Tom Grambusch hat kürzlich im Verbandsorgan hockey.de ein Interview gegeben und dabei eine interessante, neue Sicht auf die erneuten Erfolge der deutschen Herren gegeben. Angesprochen auf den vermeintlichen deutschen Nachteil, dass man hierzulande als Nationalteam viel weniger gemeinsame Trainingstage im Jahr absolviert, als das bei vielen Mitbewerbern mit zentralisierten Systemen der Fall ist, drehte Grambusch den unbestrittenen Sachverhalt einfach mal ins Gegenteil um. „Ich würde behaupten, dass unsere Gier auf Erfolge bei Turnieren durch die reduzierte Zahl an Trainingstagen höher ist, weil wir uns nicht das ganze Jahr gegenseitig auf den Sender gehen und keine mentale Müdigkeit eintritt. Wir haben stattdessen eine gewisse Spritzigkeit im Kopf. In der heißen Phase, für mich sind das die Monate Juni, Juli und August, gehen wir dort deutlich frischer rein als andere Nationen“, sagt der deutsche Weltmeister von 2023 und 2026. Es würde zwar „nicht bedeuten, dass wir jedes große Turnier gewinnen oder im Finale stehen, aber es erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass man emotional und mental da ist und unter Druck in dem Moment dann abliefern kann“.
An dieser Stelle nochmal die Erinnerung an die Online-Abstimmung für die „FIH Hockey Stars Awards 2026“. Noch bis 30. September, also diesen Mittwoch, kann man bis 23:59 Uhr auf der Webseite des Welthockeyverbandes (www.fih.hockey) Stimmen in verschiedenen Kategorien abgeben und damit auch die vier auf der Nominierungsliste stehenden deutschen Weltmeister Justus Weigand, Jean Danneberg, Jakob Brilla und Justus Warweg unterstützen.
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