27.10.2026
Markus Lonnes zählt zu denen, die den Vergleich ziehen können, weil sie bei beiden Events dabei waren. 2009, bei der ersten Deutschen Feldmeisterschaft mehrerer Jugendaltersklassen im Mönchengladbacher Hockeypark, fand der damals als Clubtrainer beteiligte Lonnes die Sache als „nicht so dolle“. Umso positiver registrierte der heutige WU18- und Damen-Bundestrainer am vergangenen Wochenende, was man aus einer Ansammlung an wichtigen Spielen tatsächlich machen kann. Lonnes zeigte sich von den „Hockey Youth Finals 2026“ sehr angetan und sprach von der „coolen Atmosphäre“ und einer „sehr gut aufgezogenen Veranstaltung“ im großen Stadion.
Es gab im Vorfeld bestimmt einige Skeptiker, die sich schwerlich vorstellen konnten, wie man in solch eine gigantisch große Freiluftarena mit einer Jugendmeisterschaft Stimmung hineinbringen kann. Und eine „trostlose Kulisse“ würde dann auch noch stundenlang im Fernsehen übertragen. Werbung für Hockey? Wenn das mal nicht nach hinten losgeht... Nun denn. Die erste, schnelle Bilanz wischt alle Bedenken locker beiseite. Alle, die über die zwei Tage im Hockeypark waren, zeigten sich verzückt von der Youth-Finals-Premiere. Der sportliche Ablauf war eng getaktet und hat dank der Disziplin aller Beteiligten (inklusive der Fans, die zum Beispiel auf Pyrotechnik verzichteten) von Anfang bis Ende funktioniert. Apropos Besucher: Deren durchweg positive Geräuschkulisse kam nicht nur auf dem Spielfeld als motivierende Unterstützung für die Jugendlichen gut an, sondern auch im TV sehr positiv rüber. Und das Wetter spielte, trotz einiger Sturmböen am Freitag, letztlich viel besser mit, als man das zwischendurch befürchten musste.
Große Stimmung im großen Stadion. Die "Hockey Youth Finals" sorgten im Mönchengladbacher Hockeypark für viele Emotionen. Hier feiern die MU18-Meister des Harvestehuder THC mit ihren Fans. Vier Meister wurden im Hockeypark ausgespielt (und alle Finals live im Fernsehen übertragen), zwei Konkurrenzen fanden in Krefeld statt. Der Wunsch nach Fortführung dieses gelungenen Pilotprojekts kam schnell auf. Foto: Breithaupt
Die Absicht des Verbandes, solch ein Jugendevent mit entsprechendem Rahmenprogramm „wie eine Mini-Europameisterschaft zu gestalten“ (DHB-Vorstand Julien Keibel), ist nicht nur wohlwollend registriert, sondern auch ordentlich angenommen worden. Den „Wunsch der Fortführung“ hat Bundesjugendvorstand Andreas Knechten am Wochenende vielfach vernommen. Ob der Reiz des Neuen, wie er diesmal natürlich überall spürbar war, nicht schnell erschöpft ist, wenn die Hockey Youth Finals tatsächlich jedes Jahr in Mönchengladbach stattfinden sollen, wird sich zeigen. Auch das Vorhaben, nach Fertigstellung des gerade im Bau befindlichen Nationalen Hockey-Trainingszentrums nicht nur vier, sondern dann alle sechs DM-Endrunden an Ort und Stelle zu konzentrieren, wirft Fragen nach Kapazitätsgrenzen zum Beispiel bei den ehrenamtlichen Helfern auf. Womöglich ist die gangbarste Lösung jene, dass sich die Ausrichtung der Jugend-DM-Endrunden in bekannter Version (bei sechs unterschiedlichen Vereinen) mit einer zentralen Veranstaltung in der Hockey-Hauptstadt Mönchengladbach im Zwei-Jahres-Turnus abwechselt.
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