26.07.2024 - Mit königlicher Unterstützung für die Teams von Belgien und Niederlande wartet der erste Tag des olympischen Hockeyturniers auf. Deutschlands Herren dürfen sich rühmen, die meisten Treffer an diesem Samstag erzielt zu haben.
Der Engländer Nicolas Park ist der erste Torschütze des olympischen Hockeyturniers 2024. Nach 13 Minuten des Eröffnungsspiels zwischen Großbritannien und Spanien trifft der normalerweise als Außenverteidiger nicht sonderlich offensive Park nach einem selber eroberten Ball an der spanischen Viertellinie mit einem schönen Heber zum 1:0. Mit zwei verwandelten Strafecken legt der Waliser Gareth Furlong (16./48.) nach. Das walisische Fest macht Rupert Shipperley mit seinem späten Treffer (58.) zum 4:0-Endstand perfekt. Auch wenn das Resultat etwas zu hoch ausfällt, verdient ist der Sieg der Briten auf alle Fälle. Von den Spaniern war nach passablem Start deutlich zu wenig gekommen. Offensiv war trotz eines Plus von Torschüssen (16:14) und Kreiseintritten (22:15) zu wenig Gefährliches geboten, und speziell bei der Eckenabwehr sah Torwart Calzado nicht gut aus.
Auf dem Pitch 2 braucht Belgien gegen Irland durchaus lange, um sich abzusetzen. Am Ende aber gewinnt der Titelverteidiger nach Toren von Tom Boon (25.) und Alexander Hendrickx (E, 49.) standesgemäß mit 2:0. Angesichts von 17:2 Torschüssen, 28:10 Kreiseintritten und 8:1 Ecken ist der belgische Auftaktsieg unter den Augen von König Philippe und Gattin Mathilde mehr als verdient.

Neben Ehefrau und Königin Maxima verfolgt der niederländische König Willem-Alexander das Spiel der Ornaje-Herren. Foto: DHZ
Ebenfalls auf königliche Unterstützung können die niederländischen Herren bei ihrem Auftaktmatch gegen Südafrika zählen. Der im Oranje-Trikot gedresste König Willem-Alexander sitzt mit Gattin Maxima und zwei ihrer drei Töchter auf der Tribüne. Wie in Tokio 2021 endet die Partie mit 5:3 für das Oranje-Team, doch deutlich souveräner als vor drei Jahren, als der Außenseiter eine 3:0-Führung noch aus der Hand gab, muss Südafrika diesmal die Überlegenheit des Europameisters von Beginn an anerkennen. Schon nach 70 Minuten verwandelt Jip Janssen einen Siebenmeter zur Führung. Zwar gleicht der Afrikameister durch Mustaphaa Cassiem schnell aus (6.), aber ebenso fix legen dafür die Niederländer durch Jonas de Geus per Eckennachschuss (11.), Tjep Hoedemakers (16.) und nochmal Janssen per Ecke (30.) zum 4:1-Pausenstand nach. Erst nach dem 5:1 durch Duco Telgenkamp (38.) dürfen auch die durchaus offensiv eingestellten Südafrikaner ran. Durch Tevin Kok (39.) und Matthew Guise-Brown (7m, 44.) können sie das Endergebnis knapper gestalten und durchaus die ein oder andere Defensivschwäche des Gold-Mitfavoriten aufdecken.
Viel torärmer verläuft auf dem Nebenplatz die Partie zwischen Australien und Argentinien. Ein Eckentreffer des Bald-Kölners Blake Govers mit Ablauf der ersten Halbzeit beschert Australien einen 1:0-Auftaktsieg. Es war zugleich der erste Paris-Auftritt des deutschen Schiedsrichter Ben Göntgen, der nach Spielschluss für ein bisschen Groll bei der argentinischen Delegation über ihrer Meinung nach ausgebliebener Eckenentscheidung in den letzten zwei Minuten sorgt. 8:8 Torschüsse, 13:13 Kreiseintritte und 3:1 Ecken zeugen von einem Spiel auf Augenhöhe.

Gerade ist das australische 1:0 gegen Argentinien gefallen, das am Ende auch das einzige Tor des Spiels bleibt. Foto: Oltersdorf
Während die deutschen Herren zu Beginn der Abendsession beim 8:2 über Frankreich eine Torgala abfackeln (siehe eigener Bericht), muss auf Pitch 2 Indien um die Punkte gegen Neuseeland zittern. Erst in vorletzter Minute gelingt Kapitän Harmanpreet Singh per Siebenmeter der 3:2-Siegtreffer. Davor konnte Neuseeland mit Ecken durch Sam Lane in Führung gehen (8.) und durch Simon Child ausgleichen (53.). Indien hatte durch Mandeep Singh (E, 24.) und Vikek (34.) aus dem 0:1 ein 2:1 gemacht. Mit Vorteilen von 14:11 Torschüssen und 9:5 Ecken wäre für Neuseeland mehr drin gewesen.
Im ersten Spiel der Damen-Konkurrenz hält Gruppenfavorit Argentinien im Amerika-Duell die US-Girls mit 4:1 (2:0) nieder. Kapitänin Rocio Sanchez, die am Vortag die argentinische Fahne bei der Eröffnungsfeier tragen durfte, bringt ihre Damen in Führung (18.), Agustina Gorzelany lässt ein Eckentor zum 2:0 (28.) folgen. Die US-Amerikanerinnen können nach Ashleys Sessas Anschluss (33.) eine Weile hoffenb, aber Julieta Jankunas (44.) und Zoe Diaz (47.) machen den Deckel drauf für den Finalisten von Tokio.
Auf dem Nebenplatz hält das Bollwerk der französischen Damen um ihre bockstarke Torhüterin Lucie Ehrmann erstaunliche 29 Minuten lang dem Daueransturm des Olympiasiegers Niederlande stand. Erst dann rutscht der Keeperin ganz unglücklich ein Rückhandknaller von Frederique Matla durch die Beine. Nur den präzisen Schlenzbällen von Eckenschützin Yibbi Jansen verdankt es der Titelverteidiger, dass sich der Vorsprung in der zweiten Hälfte kontinuierlich und standesgemäß erhöht. Gleich vier Mal trifft die derzeit weltbeste Eckenschützin unnachahmlich. Die Heldinnen des Spiels sind trotzdem andere. Neben Ehrmann kommt da Johanna Lhopital ins Spiel. Als diese nach 40 Minuten mit dem ersten Torschuss Frankreichs das 1:3 markiert, ist dies das erste Olympiator in der Geschichte des französischen Damenhockeys. Später verwandelt Paola Le Nindre sogar noch die einzige französische Ecke zum 2:4. Am Ende steht es dann nach einem Feldtor von Marijn Veen 6:2 für den Welt- und Europameister.







