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Nachwuchs-Cheftrainer Altenburg: „Wir haben wirklich viele Talente“

Bayern bei den Mädchen im Hessenschild und Hamburg bei den Jungen im Franz-Schmitz-Pokal gingen am 21./22. Juni als Sieger im U16-Länderpokal 2025 hervor. In Köln bezwangen die beiden Pokalgewinner im Endspiel jeweils die gastgebende Auswahl des Westdeutschen Hockey-Verbandes. Und alles unter den Augen diverser Nachwuchs-Bundestrainer.

Das Turnier der weiblichen Nachwuchstalente wurde auf der Anlage von Blau-Weiß ausgetragen. Die vier Dreiergruppen brachten mit Titelverteidiger Berlin sowie Baden-Württemberg, West und Bayern keine unerwarteten Sieger, als jeweiliger Tabellenzweiter schafften es auch Hessen, Rheinland-Pfalz/Saar, Hamburg und Bremen ins Viertelfinale. In der ersten K.o.-Runde war es für den späteren Pokalsieger mit dem Gang ins Shoot-out am knappsten, doch Bayern hatte mit Hamburg sicherlich auch den dicksten Viertelfinal-Brocken aus dem Weg zu räumen. Auch die anderen drei Gruppen-Ersten hatten sich durchgesetzt. Richtig eng wurde es dann im Halbfinale, wo Berlin gegen Bayern (1:1) nach 40 Spielminuten ebenso keinen Sieger fand wie West gegen Baden-Württemberg (0:0). Bayern mit 3:1 und West mit 5:4 waren schließlich die Nervenstärkeren im Shoot-out.

Im Endspiel besaß West mehr Torgelegenheiten als Bayern, ließ aber früh einen Siebenmeter liegen und hatte mit einen Pfostentreffer nach Ecke Pech. Im Schlussviertel gelang dann Maxima Walter per Ecke das 1:0 für die Süddeutschen, die den kostbaren Vorsprung ins Ziel retten konnten. Pech für die WHV-Auswahl, dass das einzige Gegentor, das sie in fünf Partien zulassen musste, gleich solche Konsequenzen brachte. Für Bayern, dessen Team mehr als nur im Kern mit Spielerinnen vom Münchner SC bestückt war, war es nach 2022 der zweite Pokalgewinn im Hessenschild, der heuer zum 70. Mal ausgetragen wurde.

Gar schon die 73. Austragung fand im Franz-Schmitz-Pokal statt. Das Turnier der männlichen Jugend ging auf der Anlage von Rot-Weiss Köln über die Bühne. Auch hier setzten sich mit West, Hessen, Hamburg und Bayern keine dort unerwarteten Verbände in ihren Dreiergruppen durch. Als Tabellenzweite konnten sich auch Bremen, Niedersachsen, Berlin und Baden-Württemberg fürs Viertelfinale qualifizieren.

Hamburgs Kapitän Max Krueger bei der Siegerehrung mit Bundesjugendwart Andreas Knechten (Mitte) und West-Verbandspräsident Michael Timm (rechts). Foto: DHB

Wie schon bei den Mädchen blieben alle Gruppenzweiten in dieser K.o.-Runde hängen. Am knappsten war es beim Titelverteidiger West, der gegen Niedersachsen ein Shoot-out fürs Weiterkommen benötigte. Sehr deutlich liefen dann die Halbfinals ab, wo sich mit Hamburg (6:0 gegen Hessen) und West (3:0 über Bayern) die beiden Favoriten durchsetzten.

Nach vier Siegen mit zusammen 22:0 Toren musste Hamburg im Finale zwar durch WHV-Spieler Jonathan Kahlenberg einen Gegentreffer kassieren, doch zu diesem Zeitpunkt führten die Hanseaten durch Orlando Russel und John Odewald bereits 2:0. Nach dem West -Anschlusstreffer machte schließlich Friedrich Heimeier mit dem Treffer zum 3:1-Endstand den Deckel drauf. Zum insgesamt elften Mal hatte sich Hamburg den Franz-Schmitz-Pokal gesichert. Es war der fünfte Triumph der Norddeutschen in den letzten sechs Ausspielungen des Traditionswettbewerbs.

„Vor allem Hamburgs Sieg war ja fast schon erwartet worden. Die Mannschaft hat ihr großes Potenzial hier auch bestätigt, hat übers ganze Wochenende teils tolles Hockey gespielt. Aber auch Bayerns Mädchen haben sich ihren Sieg verdient“, würdigte Valentin Altenburg die Pokalgewinner 2025. Der Nachwuchs-Chefbundestrainer war über zwei Tage intensiv damit beschäftigt, möglichst viel von den insgesamt 52 Spielen mitzubekommen. Unterstützung bei der Spielbeobachtung erhielt Altenburg von den beiden U16-Bundestrainern Jan Henseler (weiblich) und Tobias Jordan (männlich). 

„Es war für uns sehr erfreulich zu beobachten, dass viele Spiele sozusagen mit offenem Visier von den beteiligten Teams bestritten wurden. Das war weniger taktisch geprägt als in den letzten Jahren, sondern es wurde sehr viel offensiv gepresst und auch viel Manndeckung gespielt“, urteilte Altenburg zufrieden, fällt doch bei solcher Herangehensweise die Überprüfung der Talentsituation meist leichter, als wenn die Mannschaften sich in risikoloser Zurückhaltung begegnen würden.

Welchen Einfluss hat eine Spielerin oder ein Spieler aufs Spiel, und warum ist das so? – diese Fragestellungen stehen für die Bundestrainer meist im Mittelpunkt ihres Sichtungsansatzes. „Unsere Erkenntnis war, dass viele sehr gut ausgebildet sind“, sprach der sportliche Nachwuchschef von einer soliden handwerklichen Basis, über die das Gros der Auswahlspielerinnen und -spieler verfügen. „Die Entscheidungsfähigkeit ist ganz wichtig“, verdeutlicht Altenburg die wohl zentrale Kompetenz, in der sich die sehr Guten noch einmal ein wenig von den Guten unterscheiden.

Altenburgs Fazit: „Wir haben bei Mädchen und Jungen wirklich viele Talente. In den Jahrgängen 2009 und 2010 werden wir eine superspannende Konstellation haben.“ Wichtig für ihn war auch die Feststellung, dass die bisher bereits im System befindlichen Namen ihren Status untermauert haben. „Das hat sich alles sehr bestätigt“, so der Nachwuchsverantwortliche, der diesen Umstand auch als Bestätigung für das Sichtungssystem betrachtet.

Nicht nur Valentin Altenburg hat es in Köln gut gefallen („das war eine echt coole Organisation“), auch Bundesjugendwart Andreas Knechten konnte nach dem Veranstaltungswochenende zufrieden feststellen: „Zunächst möchte ich ein großes Lob an den ausrichtenden Verband aussprechen: Der WHV hat gemeinsam mit Rot-Weiss Köln und Blau-Weiß Köln den Länderpokal – sowohl im männlichen als auch im weiblichen Bereich – mit großer Sorgfalt und viel Liebe zum Detail organisiert. Die Veranstaltung setzte in vielerlei Hinsicht neue Maßstäbe. An dieser Stelle daher nochmals ein herzlicher Dank an alle beteiligten Personen!“

Freudige Länderpokal-Gewinner 2025: die Jungen des Hamburger Hockey-Verbandes mit dem Franz-Schmitz-Pokal und die Mädchen des Bayerischen Hockey-Verbandes mit dem Hessenschild. Fotos: DHB

Knechten war nicht nur als höchster DHB-Repräsentant vor Ort, sondern auch aktiv bei der Betreuung und Fortbildung der Nachwuchsunparteiischen im Einsatz. „Wie gewohnt bot das Turnier den Unparteiischen eine wichtige Plattform zur Weiterentwicklung. Beim Turnier waren 23 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter im Einsatz. Sie wurden von elf Beobachterinnen und Beobachtern betreut und vielfach sogar mittels Videobesprechungen geschult. Im Fokus stand die Nachwuchsförderung, und die intensive Begleitung durch das Beobachtungsteam zeigte Wirkung – viele Unparteiische steigerten ihre Leistungen im Turnierverlauf sichtbar. Wir sind sehr zufrieden mit den gezeigten Leistungen. Ganz besonders freuen wir uns darüber, dass wir acht Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter aufgrund ihrer Leistungen in den DHB-Nachwuchskader aufnehmen konnten", lautete das Fazit von DHB-Nachwuchsschiedsrichterreferent Ole Ingwersen.

Die 23 Schiris: Anton Buchtmann, Melina Mahn, Yorrik Mende, Simon Richter, Peer Senkfeil (alle Hamburg), Ruben Godschalk, Freek Otto (beide WHV), Felix Heinemann, Florian Richter, Simon Taubert, Ulrich Weidenauer (alle Rheinland-Pfalz/Saar), Jasper Hildebrandt, Timm Rippe (beide Berlin), Chris Hill, Marvin Lück, Finn Ohnesorge (alle Bayern), Torge Kammer, Tatiana Nastassine, Jesko Nelles, Benedict Rother, Lasse Weigelt (alle Hessen), Max Hugo Panconcelli-Calzia (Schleswig-Holstein), Justus Scharnhorst (Niedersachsen).

Als SR-Ausbilder waren im Einsatz: Lorenz Fernkorn, Philipp Hesselmann, Max Hildebrandt, Thomas Hinsken, Yannik Holzmüller, Andreas Knechten, Lena Oßwald, Michael Pietzsch, René Pleißner, Denis Scharwächter, Gaby Schmitz.                                                                      
lim

 

Die Siegerteams:

Bayern: Karlotta Koch, Emma Reuther, Theresa Gietl, Helene Lenz, Lina Rademacher, Sophia Eimer, Katharina Rödl, Ella Förtsch, Magarethe Hauck, Pauline Lieser, Julia Gemmrig, Sophia Wasmus, Lilly Schierer, Emilia Gärtner, Katharina Heufelder, Maxima Walter, Marlene Küst, Anna Bauer

Hamburg: Peter Linden, Max Krueger, Jonas Schmidt-Busse, Friedrich Heimeier, Johann Hirschfeld, Henri Schaarschmidt, Hannes Tietz, Emil Britze, Mats Lautenschläger, Jonas Michaelis, Louis Zeuzem, Carl von Schwabe, Tim Green, Constantin Polonius, Victor Breuel, Orlando Russel, Moritz Streckel