19.08.2025
Zweimal Finale und ein Titel – so lautete bekanntermaßen die sportliche Zielvorgabe des Deutschen Hockey-Bundes für die Europameisterschaften. Wohlgemerkt für das Jahr 2023. Damals war man relativ frisch Weltmeister bei den Herren und auf Damenseite mit einem erfahrenen Aufgebot am Start. Waren die Resultate mit Rang drei (Damen) und vier (Herren) vor zwei Jahren also unterhalb der Erwartungslinie geblieben, so sind sie 2025 mit Gold bei den Herren und Silber bei den Damen auf alle Fälle über dem Strich.
Die Bühne hätte am Wochenende nicht würdiger und schöner sein können für den Abschied von Mats Grambusch und Selin Oruz. Zwei ganz Große unseres Sports hängen ihr Nationaltrikot beiseite. Beim Kapitän der Honamas ist es ein Ende, das mit 32 Jahren und sportlich bis auf Olympiagold alles Erreichtem durchaus verständlich ist (auf Lukas Windfeder trifft das natürlich ebenso dazu). Oruz dagegen hätte gerne noch weitergemacht, daran ließ die 28-Jährige auch am Sonntag keine Zweifel. Ein Fulltimejob und die Realitäten des Amateursports Hockey hierzulande lassen ihr keine andere Wahl. Oruz‘ Abgang ist im aktuellen Kontext unserer A-Teams schmerzhafter als jener von Grambusch (und Windfeder), weil im weiblichen Bereich Spielerinnen ihres Formats weitaus dünner gesät sind als vergleichsweise bei den Herren. Höchstens als Typ und Menschenfänger wird Grambusch vielleicht für lange Zeit ein Unikat bleiben. Wie die beiden scheidenden Gallionsfiguren ihren Abgang von der internationalen Bühne (und nur dort, denn in der Bundesliga spielen sie ja weiter) erlebt haben, ist auch Teil unserer EM-Nachlese in der Deutschen Hockey Zeitung (DHZ 27).

Die deutschen EM-Neulinge Emilia Landshut (rechts vorne) und Ines Wanner (links von der Niederländerin Pien Sanders) rechtfertigten in Mönchengladbach wie auch die anderen neuen Spielerinnen ihre Nominierung. Am Ende stand eine überraschende Silbermedaille für das verjüngte deutsche Damenteam. Foto: Kaste
Nicht nur sportlich, sondern auch medial waren die EuroHockey Championships 2025 für den DHB ein Riesenerfolg. Mit dem Medienpartner MagentaSport gab es einen Sender, der unseren Sport bei der EM mit einem immensen Aufwand zu einem richtig starken Produkt entwickelte, wie Hockey in Deutschland sicherlich noch nie präsentiert wurde. Die beschlossene gemeinsame Zukunft über die Hallen-EM 2026 hinaus verrät, dass beide Seiten Spaß und Freude aneinander haben.
Es kam für die Hockey-EM 2025 das Glück hinzu, dass sie in eine Nische fiel, in der in Deutschland keine anderen sportlichen Großveranstaltungen liefen und der Fußballbetrieb in der ersten Liga noch pausierte. Somit waren auch die öffentlich-rechtlichen Sender in ihren Magazin- und Nachrichten-Sendungen mit einer erfreulich umfangreichen Begleitung dabei. Alles in allem wurde mit der EM 2025 sowohl die oft sehr kritische Hockey-Community auf höchstem Niveau bedient wie auch die berühmte Blase verlassen. Prima.
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