Man muss, wenn man den Clubverantwortlichen über eine Stunde aufmerksam zuhört, schon sein Erstaunen und vielleicht auch Bewunderung zum Ausdruck bringen, wie konsequent bei Deutschlands erfolgreichstem Hockeyclub HTC Uhlenhorst Mülheim dieses Projekt durchgezogen wird. Und er hat es geschafft, zumindest im ersten Abschnitt, denn seit knapp einem halben Jahr liegt sie auf dem Tisch, die Baugenehmigung für die umfangreichen Arbeiten zur Errichtung einer neuen, erweiterten Sportanlage auf dem Uhlenhorst-Gelände. Und es hat sich auch schon einiges getan, allerdings nicht mit Baumaßnahmen, die etwas mit den Erweiterungsmaßnahmen zu tun haben.
„Der Hockeyplatz hat einen neuen Kunstrasen bekommen; der alte wurde auf den Platz im oberen Bereich verlegt“, so Club-Präsident Hanns-Peter Windfeder, der daran erinnert: „Schon bei meinem Amtsantritt habe ich angekündigt, dass wir sozusagen am großen Rad drehen müssen, um auch weiterhin die Voraussetzungen für den Leistungssport hier am Uhlenhorst zu gewährleisten. Das geht in einem ehrenamtlich geführten Club nur mit einem schlagkräftigen Team. Das haben wir hier, und dafür bin ich sehr dankbar.“
Das Rad ist zwar noch nicht zu Ende gedreht, aber es ist „Land in Sicht“. Allerdings gab es auch kurzfristig merkwürdige Tatbestände, die dem Normalbürger zu denken geben und aus dem Weg geräumt werden mussten. Der größte war, dass der Club über 100 Jahre auf einem Gelände Sport getrieben hat, der als Wald und Wiese in den Plänen bis vor zwei Jahren ausgewiesen war. „Dieses Problem konnte allerdings relativ schnell geheilt werden, allerdings mit zwei Jahren Verzug“, so Windfeder.

Die Pläne sind fertig; Architekt Christof Laue (links) und Uhlenhorst-Präsident Hanns-Peter Windfeder präsentieren sie. Mit den Bauarbeiten könnte begonnen werden. Realistisch wird es wohl Früphjahr 2026, ehe es wirklich losgeht. Foto: M.Rixecker
Jetzt sieht das Bauprogramm, das der Mülheimer Architekt Christof Laue planerisch aufgestellt hat, wie folgt aus:
* Es werden zwei Hockeyhallen, eine davon mit Platz für 450 Zuschauer, gebaut. Hier werden dann auch in Zukunft die Bundesligaspiele stattfinden können.
* Drei Tennis-Hallenplätze entstehen, wobei die bestehende Halle (bisher 1600 Quadratmeter) um 2400 auf insgesamt 4000 Quadratmeter erweitert wird. „Wir setzen weiterhin auf den Tennissport“, so Windfeder, der dies besonders betont.
* Neben der neuen Tennishalle wird ein neuer Anbau entstehen, mit einem Indoor-Athletikbereich sowie Büroräume für den Deutschen Hockey-Bund, denn der Uhlenhorst ist immer noch Bundesleistungs-Stützpunkt. Windfeder drückt es etwas salopp aus: „Wir errichten eine moderne Muckibude“.
* Dass nebenbei auch die alten Tennisplätze vor dem Restaurationsbereich auf „Vordermann“ gebracht werden, ist schon fast selbstverständlich.
* Mit den Baumaßnahmen soll im April 2026 begonnen werden. Alle Einzelprojekte werden gleichzeitig in Angriff genommen. Voraussetzung ist, dass die Ausschreibung zufriedenstellende Ergebnisse bringt. Die Fertigstellung ist schon für 2027 vorgesehen, „denn vieles wird in Fertigbauweise hergestellt“, so Planer Christof Laue.
* Die Basis für die Berechnung der Kosten beläuft sich auf derzeit 4,6 Mio Euro. Allerdings ist schon absehbar, dass dieser Kostenrahmen nicht eingehalten werden kann. Exorbitante Erhöhungen auf dem Baupreissektor und die Verzögerung des Baubeginns führten dazu, dass man jetzt von 8,8 Mio Euro ausgeht. „Das bedeutet, dass wir Nachtragsanträge für die Bezuschussung stellen müssen. Allerdings haben wir auch schon positive Signale erhalten“, so Windfeder.
M. Rixecker

Die AG Bau um Dominik von Meibom, Hanns-Peter Windfeder, Christoph Möltgen, Christof Laue und Stefan Mager (von links) präsentiert stolz die erteilte Baufgenmehmigung. Foto: HTCU







