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In Indien und Chile geht es um die U21-Weltmeistertitel 2025

Zeitlich nahezu parallel finden die 11. Weltmeisterschaft der Juniorinnen und die 14. Weltmeisterschaft der Junioren statt. Bei der männlichen U21 hat das WM-Turnier an diesem Freitag begonnen, drei Tage danach geht es dann bei der weiblichen U21 los. Geografisch allerdings liegen tatsächlich Welten zwischen beiden Events. Die Junioren sind im indischen Bundesstaat Tamil Nadu an zwei Spielorten (Chennai, Madurai) im Einsatz, bei den Juniorinnen kehrt die WM an die gleiche Spielstätte wie 2023 zurück: in die Hauptstadt von Chile, Santiago. Beide deutschen Mannschaften sind seit 23./24. November auf Tour, und bei beiden Turnieren bestreiten die Auswahlteams des Deutschen Hockey-Bundes die Auftaktspiele.

Es werden die größten Nachwuchswettbewerbe, die das Welthockey bislang gesehen hat. Bei beiden WM-Turnieren sind 24 Mannschaften am Start, acht mehr als bei den jüngsten Weltmeisterschaften 2023. Der Aufstockung folgt auch ein neuer Turniermodus. Bei den üblichen Vorrundengruppen (diesmal sechs statt vier) mit je vier Mannschaften kommen die Gruppenzweiten nicht wie bisher zwingend weiter. Neben den sechs Gruppensiegern qualifizieren sich lediglich jene zwei Gruppenzweiten für das Viertelfinale, die von den sechs Zweiten die meisten Punkte oder bei Punktgleichheit das beste Torverhältnis haben.

Somit ist für 16 Mannschaften bereits nach der ersten Turnierphase der Traum von einem Titel beendet. Es finden für diese Teams natürlich noch Platzierungsspiele statt. Für die acht besten Teams geht es dann in drei K.o.-Runden um die Wurst: Viertelfinale, Halbfinale und Endspiel. Eine Art Turnierbaum, aus dem man (frühzeitig) ablesen kann, auf wen man wann trifft, gibt es zumindest für die Viertelfinalrunde nicht. Fest steht nur, dass die punkt- und torbeste Mannschaft der Gruppenphase im ersten K.o.-Spiel auf den zweiten Zweitplatzierten trifft, auch der zweitbeste Erste hat es mit einem Gruppenzweiten zu tun, es aber bereits im Viertelfinale auch zu zwei Duellen unter Gruppensiegern kommen wird. Wer Weltmeister werden will, muss sechs Spiele durchstehen. Insgesamt sind es 72 Spiele pro Turnier.

Die deutschen Junioren gehen als Titelverteidiger an den Start. Im Dezember 2023 glückte der damaligen DHB-Auswahl in Kuala Lumpur der „siebte Streich“, also zum siebten Mal nach 1982, 1985, 1989, 1993, 2009 und 2013 der Gewinn des WM-Pokales. Vom Siegerteam 2023 sind noch drei Spieler auch diesmal dabei: Paul Glander, Ben Hasbach und Christian Franz.

Die Mannschaft des Trainergespanns Johannes Schmitz/Mirko Stenzel trifft in der Gruppe A am Standort Madurai nahe der Südspitze des indischen Subkontinents auf Südafrika (Freitag, 28.11.), Kanada (Samstag, 11:15 Uhr) und Irland (Montag; 9:00 Uhr). Deutschland gilt als einer der großen Favoriten auf den Titel, hat sämtliche 16 Länderspiele im Jahr 2025 bislang gewonnen. Eine Statistik, die Schmitz mit Vorsicht genießt: „Dass so ein Turnier, besonders die K.O.-Phase, nochmal eine ganz andere Nummer als irgendwelche Länderspiele im Sommer sind, ist uns allen bewusst. Da gilt es dann, seine wahre Stärke unter Beweis zu stellen.“

Der Weg übers Viertel- und Halbfinale bis in ein mögliches Endspiel am Mittwoch, 10. Dezember (15:30 Uhr deutscher Zeit) ginge auf alle Fälle im rund 450 Kilometer weiter nord-östlich gelegenen Küstenort Chennai weiter.

Gespannt blicken die deutschen Junioren in Indien den kommenden Aufgaben entgegen. Die DHB-Auswahl geht als Titelverteidiger in die 14. Weltmeisterschaft der männlichen U21. Foto: johnnyvisiualcontent

 

Kein Reiseaufwand innerhalb des Turniers ist bei den Juniorinnen nötig. Sämtliche 72 WM-Partien finden in Santiago de Chile statt. Das dortige Nationalstadion im Centro Deportivo de Hockey kennen sechs Spielerinnen der deutschen Auswahl noch von der WM 2023. Taja Gans, Katharina Haid, Friederike Heusgen, Mia Montag, Martina Reisenegger Lillo und Carolin Seidel haben vor zwei Jahren an gleicher Stätte Platz sechs errungen. Eine ärgerliche 0:1-Niederlage gegen England im Viertelfinale verhinderte ein besseres Abschneiden des deutschen Teams.

Der aktuelle Kader von WU21-Bundestrainer Jakob Cyrus scheint personell erfahrener besetzt zu sein als die DHB-Truppe 2023, schließlich gehören dem 20-köpfigen Kreis mit Emilia Landshut und Johanna Hachenberg zwei aktuelle Damen-Vizeeuropameisterinnen an, vor allem Lena Frerichs, aber auch Lynn Krings, Taja Gans und Katharina Haid haben schon Erfahrung von A-Länderspielen.

„Das hilft enorm, solche Leute im Kader zu haben“, freut sich Jakob Cyrus „die bestmögliche U21-Mannschaft“ zur WM 2025 aufbieten zu können. Es sei im deutschen Hockey in den letzten Jahren „nicht gewöhnlich gewesen, dass alle dabei sind“, spielte der U21-Coach auf den Umstand an, dass es in der Personalabstimmung zwischen A- und C-Kader-Präsenz häufig zu Ungunsten der U21 gelaufen ist.

Trotzdem besitzt der Santiago-Kader aber auch viele frische Kräfte. So spielen Franziska Hagen, Victoria Käske, Romy Riede, Annika Schönhoff und auch Johanna Hachenberg ihr erstes U21-Turnier. Mit Käske und Schönhoff (beide Jahrgang 2008) sind zwei extrem junge Spielerinnen dabei. „Bei der Nominierung haben wir nicht auf den Jahrgang geachtet, sondern wir wollten die beste Mannschaft aufstellen“, so Jakob Cyrus.

Deutschland beginnt sein Programm in Gruppe C am Montag, 1. Dezember, um 13 Uhr deutscher Zeit gegen Irland, es geht weiter am Mittwoch, 3.12., um 15:15 Uhr gegen Indien und am Freitag, 5.12., um 15:15 Uhr gegen Namibia. „Wir sprechen weniger über Ziele als über die Handlungsebene“, will sich der Bundestrainer nicht vom Wesentlichen ablenken lassen. Gleichwohl darf man davon ausgehen, dass die DHB-Auswahl nicht nur die Gruppenphase überstehen will, sondern auch in den folgenden K.o.-Spielen möglichst lange im Rennen um den Titel mitmischen möchte.

Im absoluten Idealfall steht für das deutsche Team in der Nacht von Sonntag, 13. 12., auf Montag, 14. 12., das Endspiel an, wo der Nachfolger von Titelverteidiger Niederlande gefunden wird. Deutschlands Juniorinnen konnten bislang ein einziges Mal, bei der WM-Premiere 1989, den Siegerpokal für sich beanspruchen.

Unparteiische aus Deutschland sind diesmal weder bei den Junioren in Indien noch bei den Juniorinnen in Chile am Start, dafür stellt Deutschland mit Sonja Schwede als Technical Delegate die ranghöchste Offizielle des Weltverbandes bei der WM in Südamerika.

 
Das sind die Kader, mit denen Deutschland bei den U21-Weltmeisterschaften 2025 am Start sind. Foto: Screenshot DHZ   

 

Die beiden WM-Teams werden begleitet von:

Juniorinnen: Jakob Cyrus (Bundestrainer), Johannes Persoon, Markus Weise (beide Co-Trainer), Benjamin Linke (Athletiktrainer), Sandra Happes, Verena Meidl, Kai Oppermann, (alle Physio), Jana Pacyna (Teammanagerin), Michael Soff (Video);

Junioren: Johannes Schmitz, Mirko Stenzel (beide Bundestrainer), Patrick Fritsche (Co-Trainer), Adrian Kock (Teammanager), Maximilian Schendel (Video), Cedric Wehmeier (Athletiktrainer), Lisa Rupp, Marvin Kühn (beide Physio), Eike Bumb (Arzt), Martin Schultze (Delegationsleiter)