Ein Weltmeister-Titel am Anfang des Jahres und noch einer am Ende, dazwischen erfolgreiche Europameisterschaften mit Gold und Silber – die internationalen Erfolge deutscher Nationalteams geben 2025 die Würze. Im DHZ-Jahresrückblick werden diese Highlights mit anderen Stationen der zurückliegenden zwölf Monate verbunden.
Den allerersten Pokal, der 2025 vergeben wird, reißt sich aus deutscher Sicht Lilly Stoffelsma unter den Nagel. Mit den Odisha Warriors gewinnt die Nationalspielerin die Hockey India League (HIL). Anfang Januar sind insgesamt fünf Deutsche (neben Stoffelsma noch Charlotte Stapenhorst, Martin Zwicker, Gonzalo Peillat und Moritz Ludwig) in Indien beim vierwöchigen HIL-Spektakel mit Stars aus aller Welt dabei.
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Elian Mazkour (Rot-Weiss Köln/33 Treffer) und Mabel Brands (Düsseldorfer HC/36) holen sich die Torjägerkrone der Hallen-Bundesliga 2024/25. Doch einen blauen Meisterwimpel gibt es für ihre Mannschaften nicht. Die Kölner Herren scheitern bereits in der Ligaphase, weil sie in der West-Gruppe dem Aufsteiger Gladbacher HTC (der später sogar bis ins Halbfinale einzieht) Vortritt lassen müssen. Für die DHC-Damen ist im Halbfinale Endstation. 63. Deutsche Hallenmeister werden am 26. Januar beim Final-Four in Frankfurt die Damen des Mannheimer HC, die ihren Vorjahrestitel durch einen Endspielsieg über den Berliner HC erfolgreich verteidigen können, und die Herren des Harvestehuder THC, die eine komplette Saison ohne Niederlage bestreiten. Die Spieler von Endspielgegner Crefelder HTC haben im Shoot-out bereits zum Jubelsturm angesetzt, als ein (berechtigter) Siebenmeterpfiff sie aus allen Meisterträumen reißt. Anton Pöhling (HTHC) und Sonja Zimmermann (MHC) werden als MVP der Endrunde ausgezeichnet.
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Schon in Frankfurt bei der DM erhält sie eine große Abschiedsbühne, und die Woche darauf bei der Hallen-Weltmeisterschaft in Porec ist dann endgültig Schluss: Deutschlands langjährige Topschiedsrichterin Michelle Meister hängt nach 20 Jahren die Pfeife an den Nagel. Das Herren-Spiel zwischen Belgien und Südafrika um Platz 3 ist die letzte von knapp 150 internationalen Partien der Welthockey-Schiedsrichterin von 2018. Dem Hockey bleibt die Berlinerin als Mitglied im Schiedsrichter- und Regelausschuss verbunden.
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Erstmals nach 2013 werden die deutschen Herren wieder Hallen-Weltmeister. Im kroatischen Küstenort Porec bezwingen sie im Finale Titelverteidiger Österreich im Shoot-out und machen so den vierten deutschen Titel bei der 7.Hallen-WM perfekt. Erstmals ohne WM-Medaille bleiben dagegen die deutschen Damen. Sowohl im Halbfinale gegen Österreich als auch im Spiel um Platz 3 gegen Tschechien verliert die DHB-Auswahl im Shoot-out. Dass Ines Wanner mit 14 Treffern WM-Torschützenkönigin wird, bleibt ein schwacher Trost. Den Siegerpokal angelt sich erstmals Polen.
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Ungewohntes Bild auch im europäischen Hallenhockey: Die über Jahrzehnte hinweg dominierenden deutschen Vereinsteams gehen diesmal titellos aus dem Europacup der Landesmeister. Die Herren des Mannheimer HC verlieren in Wettingen/Schweiz das Endspiel der 34. EC-Auflage gegen Royal Leopold Club aus Brüssel im Shoot-out. Es ist der erste belgische Europacupsieg und der erst siebte nicht-deutsche Pokalgewinner. Noch eine Spur härter erwischt es die Damen des Mannheimer HC: In Siauliai/Litauen werden sie Vierter und verpassen bei der 33. EC-Auflage (mit 30 deutschen Siegen!) als erster deutscher Damenvertreter in diesem Wettbewerb eine Medaille, auch wenn Sonja Zimmermann (MHC) als beste Turnierspielerin ausgezeichnet wird. Den Pokal gewinnt der ukrainische Serienmeister MSC Sumchanka.
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Mit den Deutschen Jugendmeisterschaften endet Anfang März die Hallensaison. Die DM-Titel gehen an Münchner SC (WU18), Mannheimer HC (MU18), Münchner SC (WU16), Klipper Hamburg (MU16), Düsseldorfer HC (WU14) und Harvestehuder THC (MU14).
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Nach 21 Jahren Pause ist mal wieder eine deutsche Nationalmannschaft in Pakistan zu Gast. Mit vier Spielen gegen die gastgebenden Junioren startet Anfang März in Islamabad für den männlichen U21-Kader die Mission mit dem Jahresendziel Weltmeister.
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Beim 60. Bundesjugendtag, der Mitte März in Jena stattfindet, geht der seit zwölf Jahren nicht mehr vergebene DHB-Jugendpreis an den Hamburger Verbandsjugendwart Michael Schütte, der seit über vier Jahrzehnten engagierte Nachwuchsarbeit in einem der größten deutschen Landesverbände betreibt und nun für sein Lebenswerk geehrt wird.
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Ende März beginnt die Rückrunde der Feld-Bundesliga. Gut ist das insbesondere für die Damenteams von 2024-Meister Düsseldorfer HC und Ligagewinner Mannheimer HC, die an Ostern in der Euro Hockey League spielen. Es sind im niederländischen s-Hertogenbosch die einzigen beiden deutschen Teilnehmer, da auf männlicher Seite die deutschen EHL-Qualifikanten (Meister MHC, Ligagewinner Polo) im KO16-Turnier hängengeblieben waren. Die Matchpraxis von einigen Ligaspielen hilft am Ende weder den DHC- noch den MHC-Damen. Beide beziehen sie gegen belgische Topteams empfindliche Niederlagen. Mannheim wird Siebter, Düsseldorf Vierter. Die EHL-Siegerpokale gehen an Gastgeber HC Den Bosch (Damen) und den belgischen Meister Gantoise HC (Herren). Einziger deutscher Finalist ist Schiedsrichter Ben Göntgen.
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Apropos Schiedsrichter: Als erster Unparteiischer erreicht Christian Blasch Anfang Mai mit der Erstligapartie Crefelder HTC gegen Münchner SC die Marke von 700 Bundesliga-Einsätzen.
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Wenig Interesse an der Basis weckt der 57. Ordentliche Bundestag des DHB. Am 24. Mai in Mönchengladbach kommen nur knapp 50 Delegierte aus Landesverbänden und Vereinen zusammen - Negativrekord in der langen Geschichte der Mitgliederversammlungen. Das Führungsteam um Präsident Henning Fastrich wird ohne Gegenstimmen im Amt bestätigt. Die höchste Auszeichnung erhält mit der Paul-Reinberg-Plakette das Präsidiumsmitglied Christian Deckenbrock. Zu neuen DHB-Ehrenmitgliedern werden Uschi Schmitz und Carola Meyer ernannt. Vorgestellt werden die Baupläne der Stadt Mönchengladbach für ein Nationales Hockey-Trainingszentrum. Der für Ende 2025 angekündigte Spatenstich des 35-Millionen-Projekts (zu 97 Prozent finanziert aus öffentlichen Fördertöpfen) auf dem Gelände rund die DHB-Zentrale am großen Hockeystadion verzögert sich jedoch erst einmal.
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Die mit großem Vorsprung die normale Bundesligasaison als Tabellenerster abschließenden Teams von Hamburger Polo Club (Herren) und Mannheimer HC (Damen) müssen beim Final-Four in Krefeld erkennen, dass es auch stark auf die Tagesform ankommt, wenn man Deutscher Meister werden will. Beide Favoriten scheitern im Halbfinale an den späteren Titelgewinnern. Am 1. Juni krönen sich schließlich Crefelder HTC im Finale gegen Rot-Weiss Köln zum 82. DM-Sieger der Herren und Harvestehuder THC zum 79. Feldmeister der Damen nach einem Finalsieg über Düsseldorfer HC. Für beide Meister sind es besondere Triumphe: Der CHTC darf auf eigener Anlage und erstmals seit 19 Jahren wieder einen blauen Meisterwimpel feiern, bei den Hamburger Damen liegt der letzte Titel gar 52 Jahre zurück. Als MVP der Endrunde werden Julius Hayner (CHTC) und Rosa Krüger (HTHC) ausgezeichnet.
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Ende Juni ist die Pro League erstmals nach drei Jahren wieder zu Gast in Deutschland. Für die beiden deutschen Mannschaften geht es in Berlin um einiges. Die Danas stehen nach einer Saison mit mäßigen Ergebnissen unter massiver Abstiegsgefahr, die Honamas kämpfen um die über eine gute Pro-League-Platzierung erreichbare vorzeitige Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2026. Am Ende der Eventwoche in der deutschen Hauptstadt mit 16 Spielen (davon zwölf mit deutscher Beteiligung) kann die weibliche Abteilung trotz schwächerer Gesamtbilanz mehr lächeln als die männliche. Die deutschen Damen wenden den lange drohenden Abstieg aus der Weltliga mit Platz sieben ab, die Herren landen auf einem eigentlich ordentlichen vierten Platz, müssen jedoch Spanien in einem zum Endspiel um das WM-Ticket gewordenen Duell den Vortritt lassen.
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Der emotionale Höhepunkt der Berliner Woche liegt jedoch schon in der Mitte, als Martin Zwicker zum neuen deutschen Rekordnationalspieler wird. Mit seinem 336. Feld-Länderspiel übertrifft der 38-jährige Lokalmatador vom Berliner HC die bisherige Bestmarke von Matthias Witthaus (335). Die Honamas beschenken „Zwick“ mit einem imposanten 5:0-Sieg über Australien.
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In Köln sichern sich beim U16-Länderpokal die Mädchen aus Bayern den Titel beim 70. Herrenschild und die Jungen von Hamburg den zum 73. Mal ausgetragenen Franz-Schmitz-Pokal.
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Bei der jüngsten der verschiedenen Masters-Altersklassen sind die deutschen Vertreter bei den Europameisterschaften am erfolgreichsten. Im spanischen Valencia gewinnen die Ü35-Damen und -Herren den EM-Titel.
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Ein Titel-Hattrick gelingt den deutschen U18-Jungen. Bei der 13.Europameisterschaft, die Mitte Juli in Lille ausgetragen wird, ringt die DHB-Auswahl von Bundestrainer Paul Koch im Endspiel die gastgebenden Franzosen im Shoot-out nieder. Für die deutschen U18-Mädchen, die ebenfalls zum dritten Mal in Folge Kontinentalmeister hätten werden können, bleibt der Hattrick aus. Mit Platz vier gibt es in Lille auch keine Medaille für sie. Europameister wird die WU18 der Niederlande.
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Unbestrittener sportlicher Jahreshöhepunkt sind die Damen- und Herren-Europameisterschaften im August in Mönchengladbach. Anders als vor zwei Jahren, als bei der EM an gleicher Stätte beide deutschen Mannschaften den anvisierten Finaleinzug verpasst hatten, gelingt es diesmal, in die Endspiele vorzudringen. Die DHB-Damen, die in der Gruppenphase noch ziemlich wackeln, ringen im Halbfinale den Geheimfavoriten Belgien im Shoot-out nieder und kratzen im finalen Kampf um die Goldmedaille mit einer Klasseleistung an der holländischen Übermacht. Der Olympiasieger wackelt, bringt aber ein 2:1 ins Ziel und holt bei der 17. Damen-EM seinen 13. Titel, die letzten fünf davon in Folge. Die Silbermedaille ist beim ersten großen Meisterschaftsturnier für Bundestrainerin Janneke Schopman ein schöner Achtungserfolg für sie und die im Umbruch begriffene deutsche Mannschaft.
Deutschland gegen Niederlande heißt es auch im Finale der 20. EM der Herren. Die Neuauflage des jüngsten Olympia-Endspiels geht wie in Paris 2024 nach 1:1-Unentschieden in ein Shoot-out. Doch anders als im Vorjahr triumphiert diesmal die Truppe von Bundestrainer André Henning. Perfekt ist der neunte EM-Triumph, der quasi nebenbei auch die Wochen zuvor noch verpasste WM-Fahrtkarte für die deutschen Herren bringt.
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Die Stunde des Erfolges ist auch die Stunde des Abschieds. Mats Grambusch (der auch als bester EM-Spieler ausgezeichnet wird) und Lukas Windfeder beenden als aktuelle Europa- und Weltmeister ihre internationale Karriere. War der Rücktritt dieser beiden Ü30er ein schon länger allseits bekannter Sachverhalt, so verkündet nach dem Damen-Finale auch Selin Oruz ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft – weil die 28-Jährige sich das Doppelleben zwischen Fulltimejob und Leistungssport mit professionellen Ansprüchen „nicht mehr leisten kann“, wie sie selbst sagt. Während der EM-Woche werden vom DHB auch mehrere nach Olympia 2024 ausgeschiedene Spielerinnen (Nike Rühr, Anne Schröder, Charlotte Stapenhorst, Kira Horn, Cécile Pieper, Victoria Huse) und Spieler (Niklas Wellen, Mathias Müller, Marco Miltkau) auf großer Bühne verabschiedet.

Die Europameisterschaft im eigenen Land als Endstation einer langen Laufbahn brachte für Mats Grambusch (links) und Lukas Windfeder (rechts) den Siegerpokal. Foto: Worldsportpics
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Schröder, Stapenhorst und Wellen sind während der EM auch als Experten für MagentaSport im Einsatz. Ihr Fach- und Insiderwissen macht die ohnehin hochwertig produzierten TV-Übertragungen des DHB-Medienpartners zu einem viel gelobten Unterhaltungspaket. Darin enthalten ist auch die Liveübertragung der beiden Endspiele der Hockey-ID-Europameisterschaft für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung. Das deutsche Specialhockey-Team kann dabei in der zweiten Leistungsklasse seinen EM-Titel von 2023 ebenso erfolgreich verteidigen wie Italien in der ersten Leistungsklasse. Am Ende der zehn EM
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Ludwigsburg ist nach zweimal Valencia und Nottingham die abschließende Station der Masters-EM-Events 2025. Die 48 teilnehmenden Mannschaften aus elf Ländern mit zusammen rund 1300 Spielern (ab 65 Jahren und älter) und Offiziellen sowie knapp 150 Großfeldspielen in vier Altersklassen in zehn Tagen machen das Turnier zum größten seiner Art, das je in Deutschland stattgefunden hat. Dabei gibt es mit vier Ü80-Teams auch eine EM-Premiere.
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In der Anfang September beginnenden Saison der 1. Bundesliga legen vor allem die Herren des Hamburger Polo Club mit viel Elan los. Kein Wunder, müssen sie doch bald erneut in die EHL-Qualifikation. Und diesmal machen es die Hanseaten erfolgreicher als 2024: Mit zwei souverän gewonnenen Spielen beim KO16-Turnier in Barcelona zieht Polo ins Finalevent an Ostern 2026 ein, für welches Meister CHTC sowie auf Damenseite Meister HTHC und Ligagewinner Mannheimer HC automatisch bereits qualifiziert sind.
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Deutsche Feldmeister der Jugend werden Ende Oktober Harvestehuder THC (WU18), Zehlendorfer Wespen (MU18), Mannheimer HC (WU16), HTC Uhlenhorst Mülheim (MU16, WU14) und Berliner HC (MU14).
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Große Ehre für Greta Blunck: Die „Grande Dame“ des deutschen Damenhockeys wird in die „Hall of Fame“ des deutschen Sports aufgenommen. Dass im Zuge der Neuaufnahmen 2025 die Sportlegenden Dirk Nowitzki, Britta Heidemann, Philipp Lahm, Marie Riesch und Kathrin Boron auf der gleichen Liste stehen, verdeutlicht die Größe der Auszeichnung. Greta Blunck ist nach Hugo Budinger die erst zweite Person aus dem Hockey, die es in die Ruhmeshalle des deutschen Sports geschafft hat. Schade, dass die 87-jährige Hamburgerin die Feierstunde in Frankfurt wegen Krankheit verpasst.
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Und noch eine große Auszeichnung: Jean Danneberg geht innerhalb der „FIH Hockey Stars Awards“ in einem Wahl-Mix aus Publikum, Medien, Nationalteam-Vertretern und Expertengremium als Sieger der Kategorie „Goalkeeper of the Year“ hervor. Die gerade 23 Jahre alt gewordene Nummer eins im deutschen Kasten ist mit Abstand der jüngste Welthockeytorhüter der Geschichte.
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Die ohnehin schon beachtliche Leistung von sieben gewonnenen WM-Titeln durch deutsche Junioren-Teams wird bei der 14. Weltmeisterschaft der MU21 um ein Kapitel erweitert. Am 10. Dezember holt sich die DHB-Auswahl im indischen Chennai nach einem Shoot-out-Erfolg im Finale gegen Spanien zum achten Mal den Siegerpokal. Die deutschen Juniorinnen werden bei der parallel laufenden 11. WM in Santiago/Chile Fünfter, auch wenn nur eines ihrer sechs Spiele nicht gewonnen wird (1:2 im Viertelfinale gegen Finalist Argentinien). Wie Deutschland auf männlicher Seite, sind die Niederlande im weiblichen U21-Bereich erfolgreicher Titelverteidiger.

Die Kapitäne Paul Glander (links) und Ben Hasbach (Mitte) mit FIH-Präsident Tayyab Ikram (rechts) und dem Siegerpokal bei der U21-Weltmeisterschaft in Indien. Foto: Worldsportpics
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Die letzte sportliche Entscheidung des Jahres ist der U15-Hallen-Länderpokal. In Hannover geht der Berlin-Pokal an die Mädchen von Bayer, bei den Jungen verteidigt der Westen den Rhein-Pfalz-Pokal erfolgreich.
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