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Zum nächsten rauschenden Heim-Event fehlte der sportliche Erfolg

13.01.2026 

Das hat man sich beim Deutschen Hockey-Bund natürlich ganz anders vorgestellt. Das nächste rauschende Heim-Event sollte es werden. Mit einem am Ende glückseligen Publikum, das sich und vor allem eine siegreiche deutsche Mannschaft feiert. Wunderbar telegen in Szene gesetzt vom Medienpartner MagentaSport. Was in Mönchengladbach bei der Feld-Europameisterschaft noch bestens klappte, ging nun in Heidelberg bei der Hallen-EM ziemlich daneben. Nicht Gold, nicht Silber und auch nicht Bronze blieben dem Heimteam, sondern nur „Blech“, wie der vierte Platz als der erste hinter den Medaillenrängen oft beschrieben wird. Der Titelverteidiger und dazu Hallen-Weltmeister ging leer aus. Eine „absolute Enttäuschung“, wie Sportdirektor Martin Schultze eingestehen musste. Was ist schiefgelaufen?

Nach noch etwas zähen, aber doch siegreichen Auftaktspielen gegen Irland und Schweiz schien mit der 13:2-Gala gegen Belgien die spielerische Leichtigkeit im deutschen Team angekommen zu sein. Die typische Kurve, die erfolgreiche deutsche Nationalteams als echte Turniermannschaft bei großen Events oft kennzeichnet, schien ihren Lauf zu nehmen. Auch im Gruppenfinale gegen Spanien war man im ersten Viertel noch voll im Flow. In der Nachbetrachtung des Turniers bleibt die Feststellung, dass es von da an bergab ging. Der Tiefpunkt war natürlich das Halbfinale gegen Polen. Ein Spiel, das man eigentlich nicht verlieren darf, aber wenn fehlende Automatismen im Offensivspiel, ein nachlassender erster Block, mehrere leicht hergeschenkte Gegentreffer, ein sehr abgebrühter Gegner und auch eine Portion Pech zusammenkommen, dann reicht dieser unheilvolle Mix auch mal zum sportlichen Knockout. Die Niederlage im Bronzemedaillenspiel gegen Spanien war knapp, aber nicht unverdient. Denn eigentlich war Spanien mit seinem herzerfrischenden Vortrag über die ganzen Tage noch vor den im Erzielen von Ergebnissen perfekten Österreichern und auch vor den Deutschen die beste Mannschaft der 22. EM.

Die Torhüterbesetzung wurde bei der Hallen-Europameisterschaft in Heidelberg leider auch ein wenig zum Politikum und Gesprächsthema: Im Spiel um Platz 3 gegen Spanien wurde erstmals von Anfang an Lukas Stumpf aufgestellt, nachdem zuvor der Junioren-Weltmeister und als Stammtorhüter in die EM gegangene Jasper Ditzer im Halbfinale gegen Polen leider einen gebrauchten Tag erwischte. Foto: Worldsportpics   

Held oder Depp – zwischen diesen extremen Einstufungen pendeln gerade Torhüter sehr schnell. Jasper Ditzer hat nun in kurzer Zeit Höhen und Tiefen erleben müssen. Im Dezember wurde der 19-Jährige „Man of the Match“ im WM-Finale und war als bester Torhüter des Turniers maßgeblich am Weltmeistertitel der deutschen Junioren beteiligt. Dass Ditzer ohne große aktuelle Hallenpraxis für die Heidelberger EM nominiert und vor Lukas Stumpf zur klaren Nr.1 fürs Turnier erklärt wurde, hat in Fachkreisen nicht jeder verstanden. Rückwirkend betrachtet ist die Rechnung nicht aufgegangen. „Mit dem anderen Torhüter wären wir heute im Finale gewesen“ – den Satz hat am Sonntag, nach dem Spiel um Platz drei, in der Heidelberger Halle nicht irgendein enttäuschter deutscher Hockeyfan von sich gegeben, sondern ein ehemaliger Nationaltorwart.  

 

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