DEUTSCHE
HOCKEY ZEITUNG

Mit Hockey erhalten Sie wertvolle Tipps und Informationen rund um den Hockeysport.

Die Tabelle lügt nicht – auch in der FIH Hockey Pro League

17.02.2026 

Die Tabelle lügt nicht – ein Satz, den man vor allem im „Fußballsprech“ oft hört. Es impliziert, dass das aktuelle Ranking einer Mannschaft deren Leistungen am wahrhaftesten abbildet. Lobhudeleien nach gelungenen Auftritten oder vernichtende Verrisse nach schwächeren Darbietungen sind oft subjektiv, als vermeintlich objektiver Gradmesser steht demgegenüber eben jene Tabelle, die rechnerisch simpel gewonnene Punkte addiert und die beteiligten Mannschaften dann nach deren jeweiligem „Kontostand“ auflistet. Übertragen auf die Situation in der FIH Hockey Pro League 2025/26 steht Deutschland als Tabellensechster bei den Herren einigermaßen im Soll, bei den Damen hingegen müssen zur Saisonhälfte die Alarmglocken läuten: Die nach acht Spielen immer noch sieglosen Danas sind Letzter und somit stark abstiegsgefährdet.

Voriges Jahr sah es zum gleichen Zeitpunkt nur bedingt besser aus. Da hatten die Honamas nach acht von 16 Saisonspielen 13 Punkte eingesammelt, vier mehr als aktuell. Die gleiche Diskrepanz gilt es auch bei den Damen festzustellen: Die Anfang 2025 bereits überschaubare Zwischenbilanz von sechs Zählern (damals Platz 8) aus acht Spielen hat sich auf diesmal zwei Punkte reduziert. Es sieht ganz so aus, als ob die abschließende Station Ende Juni in Berlin wie schon voriges Jahr die Entscheidung über Klassenerhalt und Abstieg bringen wird. 2025 nahm es für die Danas mit am Ende 16 Punkten und Platz sieben ein gutes Ende. Dieser positive Saisonabschluss im Sinne des Verbleibs in der Weltliga namens Pro League ist wieder möglich, auch wenn die Voraussetzungen schwieriger sind. Denn wir wissen ja: Die Tabelle lügt nicht.

 

Schon 17 Gegentore bei lediglich fünf selber erzielten Treffer mussten die deutschen Damen in der laufenden Pro-League-Saison einsteckenb. Hier freuen sich die Belgierinnen über ihr 1:0-Siegtor beim Duell in Valencia. Die Danas sind inzwischen auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht und brauchen in der zweiten Saisonhälfte dringend eine Trendwende, will man den Abstieg vermeiden. Foto: Worldsportpics

Bei den Verantwortlichen des deutschen Damenteams bemüht man sich um Ruhe und Gelassenheit. Anders sind die Aussagen von Bundestrainerin Janneke Schopman und DHB-Sportdirektor Martin Schultze (siehe aktuelle Magazinausgabe der Deutschen Hockey Zeitung; Nr. 7) nicht zu deuten. Gleichwohl darf man davon ausgehen, dass intern alle Hebel in Gang gesetzt werden, im Juni bei den Spieltagen in London und anschließend Berlin den sportlichen Rettungsanker werfen zu können. Mit einer schlagkräftigen Mannschaft, die den Abstieg verhindert. Auf dem Pfad Richtung EM 2027 und vor allem Olympia 2028 wäre das unfreiwillige Verlassen des Pro-League-Programmes das pure Gift. Denn Spiele auf diesem Niveau braucht jeder, der bei den großen Meisterschaften etwas erreichen will. Das gilt für eine Mannschaft, die mit so vielen jungen Kräften besetzt ist wie Deutschlands Damenauswahl nach deren XXL-Umbruch nach Paris 2024, ganz besonders.

Bei den deutschen Herren ist die Abstiegsgefahr bei neun Punkten Vorsprung praktisch gebannt. Allerdings besteht auch keinerlei Hoffnung mehr, als Gewinner der Pro League 2025/26 vorzeitig das Olympiaticket für LA’28 zu erlangen.  

 

Mehr Analysen und Geschichten in der neuen Ausgabe der Hockey-Zeitung. Zum Download der aktuellen Ausgabe geht es hier.

Mit der Hockey-Zeitung halten wir alle Hockeyfreunde auf dem Laufenden. Hier geht es zur aktuellen E-Paper-Ausgabe der DHZ. In unserer News-Rubrik und natürlich auf unseren Social Media Kanälen auf Facebook und Instagram gibt es ebenfalls aktuelle Nachrichten und jede Menge Diskussionsstoff von unserem Redaktionsleiter Uli Meyer und weiteren Mitarbeitern.