19.05.2026
Heimrecht schlägt Platzierung – so könnte man den Auftakt zu den Viertelfinalspielen um die Deutsche Feldmeisterschaft 2026 umschreiben. In immerhin fünf von acht Play-off-Duellen der Damen und Herren hat sich zum Auftakt nicht die in der Abschlusstabelle der 1. Bundesliga besser platzierte Mannschaft durchgesetzt, sondern das Team, das die erste von bis zu drei Begegnungen auf eigenem Platz austragen konnte. Das verspricht erhöhte Spannung für das kommende Pfingstwochenende, wenn die Favoriten dann selber Heimrecht besitzen. Fünf von ihnen müssen erst einmal am Samstag den Rückstand in der Serie ausgleichen, um dann am Sonntag mit einem weiteren Sieg ihre Teilnahme am Final-Four klarzumachen.
Dass die vermeintlichen Außenseiter durch den Auftaktsieg Blut geleckt haben und mit großem Rückenwind ins zweite Spiel gehen, ist den beiden exklusiven Interviews zu entnehmen, die wir für die Deutsche Hockey Zeitung (E-Paper-Ausgabe 19) mit zwei Siegern geführt haben. Niklas Wellen vom Herren-Titelverteidiger Crefelder HTC und Alessa Volkert von den Damen des Berliner HC sind heiß auf die DM-Endrunde in Bonn. Und selbst bei den sieglos aus dem ersten Spiel gegangenen Teams wie den Kölner Damen ist der Glaube ans Weiterkommen noch längst nicht erloschen. So sagte Rot-Weiss-Kapitänin Paula Brux, dass man nach dem respektablen 1:1 (aber verlorenem Shoot-out) jetzt nach Mannheim fahre, „wo wir den MHC dann auf eigener Anlage zweimal schlagen werden“.
Die Bundesliga-Hauptrundengewinner Hamburger Polo Club (Herren) und Mannheimer HC (Damen) sind also gewarnt. Das gilt nicht nur in Bezug auf die Auftaktresultate des Play-offs, sondern auch mit einem Blick über die Grenzen. In der niederländischen Hoofdklasse sind nämlich gerade die Ligaersten Stichtse CHC (Damen) und Oranje Rood Eindhoven (Herren) im Halbfinale der Landesmeisterschaft gescheitert.

Der Volleyabschluss von Berlins Lotta Curanz (rechts) ist im Kasten von DHC-Keeperin Femke Jovy eingeschlagen. Schiedsrichter Jonas Ottmüller wird gleich zum 1:0 für den BHC pfeifen. Am Ende stand ein 3:0 des Heimteams über Düsseldorf. Dass die in der Bundesliga tiefer platzierte Mannschaft (wie die BHC-Damen) über ein höher platziertes Team (wie den DHC) zum Auftakt der Play-off-Serie gewann, gab es in immerhin fünf von acht Viertelfinal-Hinspielen. Foto: F.Ebeling
Themenwechsel. Hockey genießt im Land des Rekord-Olympiasiegers Indien eine (immer noch) erhöhte mediale Aufmerksamkeit. Kürzlich gab es wieder viele Schlagzeilen, als Parattu Raveendran Sreejesh öffentlich eine Personalentscheidung des indischen Hockeyverbandes kommentierte. Der langjährige Nationaltorwart, der am Gewinn der olympischen Bronzemedaillen 2021 und 2024 für die indischen Herren maßgeblichen Anteil hatte und quasi als Volksheld seine TW-Schienen an den Nagel hängte, ließ in den sozialen Netzwerken seinem Unmut freien Lauf. Gerade hatte ihn der Verband nach eineinhalb Jahren als U21-Nationaltrainer vor die Türe gesetzt und jetzt den Franzosen Frederic Soyez als neuen Chefcoach der indischen Junioren präsentiert. Angeblich, weil der südafrikanische Cheftrainer der indischen Herren, Craig Fulton, beim Verband auf einen ausländischen Trainer im Nachwuchsbereich gedrungen habe.
Sreejesh öffentlich gestellte Frage „Können indische Trainer das indische Hockey nicht weiterentwickeln?“ hat die sozialen Medien ebenso wie seriöse Nachrichtenportale stark beschäftigt.
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