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DM-Endrunde 2026: Spezielle Titelserie und Meisterpremiere

Die Fortsetzung einer speziellen Titelserie und eine Meisterpremiere brachte das Final-Four um die Deutsche Feldmeisterschaft 2026 in Bonn. Die Damen des Düsseldorfer HC holten ihren vierten Titel, immer war der Mannheimer HC der vom DHC geschlagene Endspielgegner, diesmal hieß es im Finale um die 80. DM der Damen 1:1-Unentschieden nach 60 Spielminuten und 3:2 im Shoot-out für die Rheinländerinnen. Bei den Herren schaffte es der Hamburger Polo Club nach zwei verlorenen Endspielen 2022 und 2024 erstmals bis ganz an die Spitze. Im Finale um die 83. DM der Herren schlugen die Hanseaten den Rekordmeister HTC Uhlenhorst Mülheim mit 4:0.

Die beiden unterlegenen Finalisten durften sich auf der mit rund 3300 Besuchern am Sonntag ausverkauften Anlage des Bonner THV zumindest über die Vergabe der MVP-Trophäen an Vertreter aus ihren Reihen freuen. Sonja Zimmermann (Mannheim) bei den Damen und Lukas Windfeder (Mülheim) bei den Herren gingen als Sieger einer Publikumswahl hervor. Online konnte man am Sonntag aus einer jeweils je vier Personen umfassenden Kandidatenliste auswählen, die von der Hockeyliga zusammengestellt wurde.

In den Halbfinalspielen am Samstag, der knapp 3000 Besucher verzeichnete, hatten zunächst die Mannheimer Damen den Vorjahresmeister Harvestehuder THC nach 0:1-Halbzeitrückstand mit 2:1 geschlagen. Mit dem gleichen Resultat setzte sich anschließend der spätere Meister Düsseldorf gegen den Großflottbeker THGC durch.

Wie die HTHC-Damen mussten dann auch die Harvestehuder Herren die Träume vom Finale begraben. Im Hamburger Halbfinalderby hieß es am Ende klar 5:1 für den Polo Club. Ebenso deutlich und weitaus überraschender war das Resultat im zweiten Herren-Halbfinale. Nach zuletzt elf Pflichtspielsiegen in Folge scheiterte Rot-Weiss Köln klar mit 1:4 Toren gegen den West-Rivalen Uhlenhorst Mülheim.

Im Damen-Finale hatte Sara Strauss den DHC früh in Führung gebracht. Mannheim musste lange dem 0:1 hinterherlaufen, schoss dann aber durch Nadine Fieber neun Minuten vor Ende den Ausgleich zum 1:1-Endstand. Im Shoot-out sorgten Friederike Heusgen (2) und Sophia Schwabe, bei MHC-Gegentreffern von Charlotte Gerstenhöfer und Ines Wanner, nach insgesamt 14 Versuchen mit 3:2 für den Sieg des Düsseldorfer HC, der vor vier Monaten auch Hallenmeister geworden war.

Die Herren des Hamburger Polo Club sind am Ziel ihrer Träume. Nach ein paar vergeblichen Anläufen konnten sie erstmals den Meisterpokal gewinnen. Foto: Sports-Gallery

 

War bei den Damen zum fünften Mal ein Shoot-out in den vergangenen sieben DM-Finals nötig, so gab es bei den Herren mit 4:0 den höchsten Finalsieg seit 20 Jahren (2006 schlug Crefelder HTC die Stuttgarter Kickers mit 7:1). Justus Weigand, Paul Smith, Jans-Hendrik Bartels und Kane Russell führten mit ihren Toren den Hamburger Polo Club zum lang ersehnten ersten Titel.

Einen Erfolg hatte Köln am Ende dann doch zu verzeichnen. Durch den Finalsieg des Hauptrundengewinners Polo ging das zweite Herren-Ticket für die Euro Hockey League an Köln als Hauptrundenzweiter und nicht an Mülheim als Vizemeister. In der Spielordnung der Hockeyliga ist das unter Paragraf 43 Absatz 2f wie folgt geregelt: „An den Vereinswettbewerben von Eurohockey nehmen der Deutsche Meister sowie die bestplatzierten Mannschaften der Gruppenphase/Hauptrunde teil, die nicht Deutscher Meister sind.“

Bei den Damen sind Düsseldorfer HC als Deutscher Meister und Mannheimer HC als Hauptrundengewinner für die EHL 2027 qualifiziert.

 

Die Vorfreude beim DHC Hannover ist jetzt schon riesengroß: am 29./30. Mai 2027 dürfen die Niedersachsen erstmals die Deutsche Feldmeisterschaft ausrichten. Foto: DHC

 

Apropos 2027: Am Bonner DM-Wochenende war zu erfahren, dass die Endrunden der nächsten nationalen Meisterschaften endgültig terminiert und vergeben sind. Und zwar an Frankfurt und die bekannte Süwag Energie Arena für das Hallen-Final-Four am 6./7. Februar und an Hannover für das Final-Four im Feld am 29./30. Mai auf der Anlage des DHC Hannover.

„Auf unsere offiziellen Ausschreibungen war der Rücklauf leider nur sehr verhalten“, sagte Hockeyliga-Geschäftsführer Manuel Wilhelm auf DHZ-Anfrage. Aus Hannover sei auch lediglich eine Interessensbekundung gekommen. Doch im Zug der bereits für die Hallen-DM 2026 anvisierten, aber aus hallentechnischen Gründen doch wieder verworfenen Austragung in der niedersächsischen Landeshauptstadt sei man mit Verbands- und Vereinsverantwortlichen dann in konstruktive Gespräche eingetreten. „Wir haben bestimmt ein dreiviertel Jahr gemeinsam daran gearbeitet, dass es nun zu einer Vereinbarung kommen konnte“, so Wilhelm. Das Ziel der Hockeyliga, mit einem Final-Four „mal mehr in den Norden“ zu kommen und damit „etwas Neues“ anzubieten, sieht der Geschäftsführer als erreicht an.

Geplant war nach vier Jahren Hallen-Final-Four in Frankfurt auch für das Indoor-Saisonfinale 2027 eigentlich ein anderer Standort. „Wir haben ungefähr 15 Hallen bundesweit geprüft. Aber vor allem wegen der Handball-WM 2027 in Deutschland war es extrem schwer, etwas Passendes zu finden“, sagt Manuel Wilhelm. Letztlich sei man froh gewesen, doch noch einmal auf die bewährte Arena in Frankfurt-Höchst zurückgreifen zu können, in der seit 2023 die Hallenmeister gekürt wurden. „Danach streben wir auch mit dem Hallen-Event eine Frischzellenkur an“, kündigt Wilhelm einen anderen Standort für 2028 an.                                                                                                      

lim