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Die Talentsichtung hat sich ziemlich verändert

23.06.2026 

Wenn ein ehrgeiziges Nachwuchstalent sich Eingang ins oft besagte Notizbüchlein eines Bundestrainers verschaffen wollte, dann half es, bei Deutschen Meisterschaften mit seinem Vereinsteam oder beim U16-Länderpokal mit seiner Landesauswahl mit überdurchschnittlichen Leistungen aufzuwarten. Auf diesem Weg eine Einladung zu einer Kadermaßnahme zu bekommen, war zwar nicht garantiert, aber die Chancen oder gar die Wahrscheinlichkeit hatten sich zumindest erhöht. Der Deutsche Hockey-Bund schickte zu diesen Veranstaltungen systematisch Personal, entweder direkt die Jugend-Bundestrainer oder aber andere Personen, die im Aufspüren und Beobachten von Talenten große Erfahrung hatten. Diesen Ansatz, der über viele Jahre gelebte Praxis im deutschen Nachwuchs-Sichtungssystem war, gibt es so nicht mehr.

Eine äußerst enge Angelegenheit war das Endspiel im 71. Turnier um den Hessenschild der weiblichen U16-Verbandsauswahlmannschaften. Titelverteidiger Bayern unterlag in München dem Team des Westdeutschen Hockey-Verbandes nach 1:1-Unentschieden mit 1:2 im Shoot-out. Erst nach 16 Penalty-Versuchen war die Entscheidung zugunsten des WHV gefallen. Der Feld-Länderpokal gilt für den Deutschen Hockey-Bund inzwischen nicht mehr als intensiv genutzte Sichtungsmaßnahme (das Nachwuchs-Schiedsrichterwesen mal ausgenommen).  Foto: Leuschner

Jugend-DM-Endrunden oder der Feld-Länderpokal (aktuell am vergangenen Wochenende in München ausgetragen; ausführlicher Bericht in der Digitalausgabe 23 der Deutschen Hockey Zeitung) werden nicht mehr als offizielle Sichtungsveranstaltungen betrachtet. Entsprechend verzichtet der DHB auch auf das Entsenden von offiziellen „Spielbeobachtern“. Geblieben im Sinne der Sichtung sind im Wesentlichen zwei andere Veranstaltungen. Das eine ist die sogenannte Landessichtung, das andere der Herbstpokal. Beides sind relativ neue Instrumente. Landessichtungen gibt es dem Namen nach zwar schon sehr lange, doch auch hier gab es in den letzten Jahren ziemliche Veränderungen in den Strukturen. So besteht die Sache inzwischen lediglich noch aus den Landessichtungen Süd und Nord. Und zum Herbstpokal entsenden die einzelnen Bundesstützpunkte und Landesverbände jene Talente, die auf dem Sprung sind, mal zu einer zentralen Kadermaßnahme aufgenommen zu werden. Vor allem der Herbstpokal, wo nicht nur eine unheimliche Konzentration von Talenten (bei der jüngsten Veranstaltung Anfang Oktober 2025 in Mannheim waren das 90 Mädchen und 70 Jungen) an einem Fleck ist, sondern auch die geballte Trainerkompetenz von Bund und Ländern, gilt inzwischen als das große Sprungbrett für jene, die mal das Nationaltrikot einer Jugend-Auswahlmannschaft überstreifen wollen.

Zum Schluss noch dies: Der europäische Verband EuroHockey hat die Ausrichter der nächsten Hallen-Europameisterschaften bestimmt. Gespielt wird bei den Herren erstmals in Polen. Die 23. Auflage der Hallen-EM der Herren findet von 13. bis 16. Januar 2028 in Gniezno statt. Am Start sind neben Ausrichter Polen und Titelverteidiger Österreich noch Spanien, Deutschland, Belgien, Schweiz, Portugal, Tschechien und die Aufsteiger Kroatien und Italien. Die österreichische Hauptstadt Wien wird Ausrichter der 24. Hallen-EM der Damen. Diese findet vom 20. bis 23. Januar 2028 statt. Neben Gastgeber Österreich und Titelverteidiger Deutschland sind Tschechien, Spanien, Belgien, Ukraine, Schweiz, Polen und die Aufsteiger Türkei und Italien qualifiziert.

 

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