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U16-Länderpokal: Hitzeschlacht mit den gleichen Finals wie 2025

Mit den gleichen Endspielen wie im Vorjahr, allerdings lediglich einem erfolgreichen Titelverteidiger endeten die U16-Länderpokale 2026, die am Wochenende in München stattfanden. Die Mädchen des Westdeutschen Hockey-Verbandes bei der 71. Auflage des Hessenschildes und die Jungen des Hamburger Hockey-Verbandes beim 73. Franz-Schmitz-Pokal waren letztlich die Gewinner einer ordentlichen Hitzeschlacht.

„Bis auf die Hitze war es wirklich gut“, sagte Bundesjugendwart Andreas Knechten einerseits zu Temperaturen teils weit über 30 Grad, lobte andererseits die Ausrichtungen der beiden Münchner Clubs MSC (Hessenschild) und HLC Rot-Weiß (Franz-Schmitz-Pokal) und den störungsfreien Ablauf der insgesamt 52 Spiele.

In beiden Konkurrenzen waren jeweils zwölf Auswahlteams der Landesverbände am Start. Der Modus war wie im Vorjahr: Zunächst wurde die Vorrunde in vier Dreiergruppen gespielt. Die Tabellenersten und -zweiten qualifizierten sich für das Viertelfinale, für den Tabellendritten ging es in die Platzierungsrunde 9 – 12.

Bei den Mädchen gingen Titelverteidiger Bayern (Gruppe A), West (B), Hamburg (C) und Berlin (D) mit jeweils zwei Siegen als Gewinner ihrer Gruppe hervor. Niedersachsen (A), Hessen (B), Baden-Württemberg (C) und Bremen (D) schafften es mit je einem Dreier als Gruppenzweiter ebenfalls ins Viertelfinale. In dieser ersten K.O.-Runde setzten sich dann aber ausschließlich die Gruppenersten durch. Knapp mit jeweils 1:0 war es in den Partien zwischen Bayern und Hessen sowie Berlin und Baden-Württemberg, deutlicher gingen die Spiele zwischen West und Niedersachsen (8:0) sowie Hamburg und Bremen (5:1) aus. West setzte seine Überlegenheit im Halbfinale mit einem 4:0 über Hamburg fort, während Bayern mit einem weiteren 1:0 über Berlin die Neuauflage des 2025er-Endspiels perfekt machte.

Hessenschild-Gewinner West spielte mit Lotta Behringer, Livia Blaschke, Nura Braß, Clara Broermann, Rachel Brüderlink, Nina Delanoy, Martha Dewald, Ava Glaß, Annabelle Grün, Filippa Lehmkuhl, Fiona Liebing, Frida Lubasch, Clara Schmidt, Josephine Stahl, Alina Untila, Leni Usta, Helene von Brevern, Charlotte Wiese; Staff: Gero Leichenich, Julian Kausmann, Lennard Leist, Niclas Wicke, Adrian Wesp, Selina Weckerlein. Foto: Leuschner

Entführten im Vorjahr die Bayerinnen in Köln gegen Gastgeber West mit einem 1:0-Finalsieg den traditionsreichen Hessenschild, so war nun in München ebenfalls der Gast am Ende der strahlende Gewinner. Nach 1:1-Unentschieden am Ende der 40 Spielminuten musste das Shoot-out über den Pokalgewinner 2026 entscheiden. Erst nach 16 Versuchen stand der WHV als 2:1-Sieger fest.

"Nach einigen spannenden und knappen Duellen gegen Bayern konnten wir nach dem Viertelfinale 2024 endlich wieder mal als Sieger den Platz verlassen. Im Finale haben, wie auch schon letztes Jahr, die beiden Teams mit den konstantesten Leistungen über das Wochenende hinweg gestanden. Rückblickend betrachtend spielen wir ein sehr gutes erstes Viertel und müssen höher als nur 1:0 führen. Im zweiten Viertel fehlten uns die Überzeugung und auch die Ruhe, an das erste Viertel anzuknüpfen und weiter klare Torchancen zu erspielen. Es folgten einige Ballverluste, die zu gefährlichen Kontersituationen führten. In der zweiten Halbzeit bot sich ein spannendes Spiel auf beiden Seiten, an dessen Ende Bayern mit einigen Ecken auch nochmal ausgleichen konnte. Das anschließende Shoot-out war kurios. Die ersten fünf Schützinnen waren auf beiden Seiten nicht erfolgreich. Mit der dritten Schützin im paarweisen Stechen konnten wir es dann endlich für uns entscheiden. Heute hatten wir am Ende des bekannte Quäntchen Glück auf unserer Seite und konnten ein körperlich unfassbar anstrengendes Wochenende auf Grund hoher Temperaturen für uns krönen“, teilte WHV-Landestrainer Gero Leichenich der DHZ seine Einschätzung mit.

Auf männlicher Seite bewies Hamburg seine aktuelle Vormachtstellung im deutschen Nachwuchshockey. Zum sechsten Mal in den vergangenen sieben Jahren gewannen die Hanseaten den Franz-Schmitz-Pokal, was für die kontinuierlich gute Arbeit in den Hamburger Vereinen und im Landesverband spricht. Dabei zeichnet sich der 2010er-Jahrgang durch eine außergewöhnlich gute Breite aus, kombiniert mit mehreren Top-Talenten. Dieser Mix machte es den Gegnern über das gesamte Turnier hinweg schwer, dem Titelverteidiger etwas anzuhaben.

Hamburg gewann seine Vorrundengruppe A mit zwei Siegen ebenso souverän wie Dauerkonkurrent West (B) und Baden-Württemberg (D). Kurios ging es in Gruppe C zu. Gastgeber Bayern hatte sein Auftaktspiel gegen Niedersachsen 3:0 gewonnen und lag gegen Schleswig-Holstein, das mit einem 0:1 gegen Niedersachsen ins Turnier gestartet war, zur Halbzeit scheinbar sicher mit 3:0 vorn. Dann aber gelang den Norddeutschen mit vier Treffern in Folge zum 4:3-Sieg die ergebnistechnisch größte Überraschung des Wochenendes. Bayern ging trotz des Dämpfers als Gruppensieger hervor, Schleswig-Holstein erreichte dank seines Coups als Zweiter das Viertelfinale.

Dort wurde den Norddeutschen dann jedoch beim 0:7 gegen Baden-Württemberg die Grenzen aufgezeigt. Auch Hamburg (10:1 gegen Bremen) und West (8:0 über Berlin) ließen ihre Muskeln spielen. Sehr knapp lief lediglich die Partie zwischen Bayern und Hessen, bei dem der Gruppenzweite Hessen nach 2:2-Unentschieden und 3:1 im Shoot-out als Sieger hervorging.

Im Halbfinale setzten sich West (1:0 gegen Hessen) und Hamburg (2:0 über Baden-Württemberg) durch, so dass die Neuauflage des 2025er-Endspiels (damals 3:1 für Hamburg) feststand. Und wie schon beim 3:1 im Vorjahr setzte sich wieder Hamburg durch. Nach torloser erster Hälfte legte der Titelverteidiger ein 2:0 vor, das die Westdeutschen erst zwei Minuten vor Ende verkürzen konnten. 2:1 hieß es beim Abpfiff für Hamburg.

Franz-Schmitz-Pokal-Gewinner Hamburg. Von links, auf dem Tor: Henri Schaarschmidt, Louis Zeuzem; hintere Reihe: Betreuer Kai Britze, Athletik/Physio Mo Riekenberg, Trainer Buddy Biederlack, Moritz Streckel, Matthis Katterbach, Carl Drinkuth, Emil Britze, Constantin Engelke, Caspar Hartman, Hugo Lindemann, Victor Breul, Constantin Glasow; vordere Reihe: Trainer Niko Müller, Caspar Lupp, Constantin Polonius, Herny Siahaan, Jorne Grunau, Hannes Tietz, Carl von Schwabe, Emile Coquet, Trainer Nils Leest. Foto: RWM

„Im Finale standen aus meiner Sicht die beiden besten Mannschaften des Turniers auf dem Platz. Wie bereits im Vorjahr war West ein absolut verdienter Endspielgegner. Trotz der hohen Temperaturen von bis zu 33 Grad haben beide Teams auch im fünften Spiel innerhalb von zwei Tagen noch Hockey auf sehr hohem Niveau gezeigt. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, in dem am Ende vielleicht die individuelle Qualität der Spitzenspieler und die große Breite im Hamburger Kader den kleinen Unterschied ausgemacht haben. Insgesamt war das Turnier sehr gut organisiert und bot viele enge und attraktive Spiele. Gerade unter den schwierigen äußeren Bedingungen haben die Spieler aller Landesverbände großen Einsatz und hohe Qualität gezeigt“, so die Einschätzung des Hamburger Verbandstrainers Nils Leest gegenüber der DHZ.

24 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichterinnen waren am Wochenende im Einsatz: Tara Köhler, Melina Mahn, Inga Müller, Amanda Schmidt, Anton Buchtmann, Gregor Grill, Felix Heinemann, Christian Iwan, Maximilian Kinzler, Ferdinand Kowalczek, Felix Kranich, Jonathan Krusemark-Camin, Lukas Lademann, Ole Neugebauer, Finn Ohnesorge, Tom Poppe, Carl Raßfeld, Timon Rees, Justus Scharnhorst, Benedikt Schuster, Peer Senkfeil, Maximilian Waldow, Konstantin Weitkamp, Leon Wolf.

Betreut und gecoacht wurden sie von Max Hildebrandt, Florian Bariszlovich, Lorenz Fernkorn, Andreas Knechten, Thomas Lange, Teresa Lipsky, Pierre Papiest, Paul Picht, Michael Pietzsch und René Pleißner.        lim

Platzierungen:

Hessenschild

  1. West (2025: 2)
  2. Bayern (1)
  3. Berlin (4)
  4. Hamburg (5)
  5. Hessen (7)
  6. Niedersachsen (9)
  7. Baden-Württemberg (3)
  8. Bremen (5)
  9. Rheinland-Pfalz/Saar (7)
  10. Mitteldeutschland (11)
  11. Schleswig-Holstein (10)
  12. Brandenburg (12)

Franz-Schmitz-Pokal

  1. Hamburg (2025: 1)
  2. West (2)
  3. Hessen (4)
  4. Baden-Württemberg (5)
  5. Bremen (7)
  6. Berlin (7)
  7. Bayern (3)
  8. Schleswig-Holstein (11)
  9. Rheinland-Pfalz/Saar (10)
  10. Niedersachsen (5)
  11. Mitteldeutschland (9)
  12. Brandenburg (12)