Drei Stunden nach den Damen konnten sich auch die deutschen Herren über einen gelungenen Einstand in die Weltmeisterschaft freuen. Gegen Außenseiter malaysia gelang am Samstagmittag ein 5:1 (3:0)-Sieg. Die Treffer erzielten Jakob Brilla, Christopher Rühr, Justus Weigand, Justus Warweg und Paul Kaufmann.
Bewölkung und sogar ein wenig Regen aus dem Damen-Spiel waren wieder der bekannten Hitze samt Sonnenschein rund ums Hockeystadion in Wavre gewichen. Aufs deutsche Spiel bezogen könnte man sagen: Die Spieler hatten gleich die richtige Betriebstemperatur. Schon nach 70 Sekunden knallte Christopher Rühr, bestens bedient von Johannes Große, den Ball freistehend an den Pfosten. Und wenig später ging der Torreigen dann richtig los: Jakob Brilla schleuderte die zweite Strafecke elegant unter die Latte (4.), dann eroberte man im Pressing links vorne den Ball, schließlich bediente Struthoff mit einem Schlenzball in den Kreis Kaufmann, dessen Abschluss mit der Rückhand von Torhüter nur unzureichend abgelenkt werden konnte, so dass Christopher Rühr nur noch abzustauben brauchte – 2:0 (5.). Den schnellen Dreierpack zum 3:0 (8.) schnürte Justus Weigand, als sich die deutsche Mannschaft über Hannes Müller und Michel Struthoff links bis zum Torschützen gegen eine sehr luftige gegnerische Abwehr durchgespielt hatten.
Malaysias Torwart Zaimi Mat Deris verhinderte mit tollkühnen Paraden, vor allem mit vollem Körpereinsatz gegen Struthoff, einen noch höheren Rückstand für sein Team. Nachdem die Kräfteverhältnisse auch auf der Anzeigetafel schnell hergestellt waren, nahm die deutsche Mannschaft (ohne Linus Müller und Malte Hellwig im Spieltagskader) bei schwüler Witterung im zweiten Viertel eine wenig den Fuß vom Gaspedal, der Gegner konnte sich vor allem defensiv auch etwas stabilisieren, so dass bis zur Pause keine weiteren Gegentreffer folgten.
Mitte des dritten Viertels konnte Malaysia dann sogar jubeln. Bei ihrer zweiten Ecke hatten die Asiaten den amtierenden Weltmeister gut ausgeguckt, die Stechervariante führte über Abu Kamal Azrai unhaltbar für Torhüter Danneberg zum 1:3-Anschlusstreffer (39.). Aus deutscher Sicht kam der kleine Rückschlag offenbar zur rechten Zeit, tatsächlich hatten sich einige Nachlässigkeiten eingeschlichen gehabt. Doch mit dem Gegentreffer nahmen die Honamas das Spiel sofort wieder deutlicher in die Hand. Nach einem von Brilla in der gegnerischen Hälfte abgefangenen Ball bediente Rühr mit einem Schlenzquerpass am Kreis Michel Struthoff, der von halbrechts annahm und Richtung langes Toreck schlug, wo Justus Wartweg eingelaufen kam und den Ball in den Kasten lenkte – 4:1 (45.).
Im Schlussviertel war dann Rühr selber der Profiteur eines langen Schlenzpasses. Kapitän Tom Grambusch hatte den Ball weit aus der eigenen Hälfte bis nahezu an die gegnerische Grundlinie durch die Luft gejagt. Rührs Abschluss aus spitzem Winkel wäre vielleicht auch ohne Nachhilfe über die Torlinie gegangen, doch Paul Kaufmann wollte sich nicht auf solche Eventualitäten einlassen und beförderte die Kugel aus der Luft ins Netz – 5:1 (53.).
Grambusch war davor mit einer Dreierserie an Ecken ebenso gescheitert wie auf der Gegenseite noch Malaysia zwei Mal. Am klaren 5:1-Sieg änderte das alles nichts.
„Das war der Start, wie man sich ihn erwünscht“, zeigte sich Bundestrainer André Henning nach Schlusspfiff zufrieden, vor allem auch mit der Tatsache, dass die Neulinge wie Brilla und Warweg nicht nur gleich Torschützen wurden, sondern alle sofort richtig gut im Spiel waren. Und sogar der Schwächephase im dritten Viertel konnte der Headcoach etwas Positives abgewinnen: „Wann will ja gar nicht das perfekte Spiel zum Turnierauftakt. Ich war dankbar, dass wir die Delle mit dem Gegentor, einigen technische Fehlern und etwas Verlust der Spielkontrolle hatten. Denn es war toll zu sehen, wie schnell wir das durch gute Kommunikation und Verbindung der Spieler untereinander wieder in den Griff bekommen haben.“
Nicht nur der Bundestrainer freut sich jetzt auf das Spiel am Montag gegen Gastgeber und Weltranglistenersten Belgien als „unglaubliche Herausforderung“.

Michel Struthoff (in weiß) bereitete zwei der fünf deutschen Tore vor. Foto: Worldsportpics







