Deutschlands Damen wenden am Mittwoch durch einen Sieg über die USA ein vorzeitiges Ausscheiden ab. Am sehr torreichen und sehr nassen fünften Turnierttag treffen Yibbi Jansen (Niederlande) und Tom Boon (Belgien) gleich vierfach.
Australiens Damen können aus eigener Kraft ihren Einzug in die Zwischenrunde nicht klarmachen. Gegen Außenseiter Chile reichen dem zweifachen Weltmeister auch drei Führungen durch Courtney Schonell (30.), Abigail Wilson (7m, 41.) und Claire Colwill (E, 52.) nicht zum Sieg. Die unbeeindruckt gegenhaltenden Südamerikanerinnen gleichen durch Laura Müller (34.), Manuela Urroz (47.) und Florencia Barrios (E, 53.) drei Mal aus und drehen mit ihrer ersten Führung durch Fernanda Villagran (7m, 55.) das Geschehen komplett. 30 Sekunden vor Ende erzwingt Australien in künstlicher Überzahl durch Mariah Williams (60.) wenigstens noch das 4:4 (1:0)-Unentschieden. Chile freut sich über den ersten Punkt, Australien ist mit diesem Resultat tatsächlich auf Schützenhilfe der Niederlande gegen Japan angewiesen.

Außenseiter Chile ärgert Australien ganz schön, hier mit dem 1:1-Ausgleich durch Laura Müller. Am Ende heißt es 4:4. Foto: Worldsportpics
Tatsächlich könnten die Asiatinnen mit einem Unentschieden oder einem Sieg gegen den Olympiasieger noch an Australien vorbei auf den zweiten Platz vorstoßen. Doch von solch einem Resultat ist Japan am Abend kilometerweit entfernt. Das Oranje-Team (im Übrigen die einige der 16 Damen-Mannschaften dieser WM, die nach zwei Spieltagen noch eine weiße Weste hatte) gewinnt mit 9:0 (5:0). Eckenkönigin Yibbi Jansen mit vier erfolgreichen Standards (5., 23., 25., 51.), Marijn Veen (15./E, 34.), Felice Albers (E, 21./53.) und Frederique Matla (E, 46.) schrauben das Ergebnis kontinuierlich in die Höhe. Dabei lässt der WM-Titelverteidiger noch jede Menge liegen, wie die unglaublichen Statistik-Werte (54:4 Kreiseintritte, 42:2 Schüsse, 17:2 Ecken) zeigen.
Argentinien macht mit einem 2:0 (1:0) über Schottland seinen Einzug in die Zwischenrunde perfekt. Maria Granatto per Eckennachschuss (11.) und Lara Casas auf Granatto-Vorlage (41.) sorgen für den Sieg. Anschließend drücken Argentiniens Damen der deutschen Mannschaft die Daumen. Und tatsächlich schlagen die Danas die USA mit 3:1 (siehe Extrabericht). Das hat für Argentinien den Vorteil, dass es mit drei Punkten (vom 3:2 über Deutschland) in die Zwischenrunde einzieht statt mit nur einem (vom 1:1 gegen die USA).
Bei den Herren macht England in der Gruppe D seine makellose Gruppenphase perfekt. Den Siegen über Pakistan und Indien folgt ein klares 8.2 (4:0) gegen Nachbar Wales. Sam Ward (2.), Will Calnan (13./20.), Thomas Sorsby (22.), Zachery Wallace (41.), Samuel Hooper (E, 38.), Henry Croft (E, 51.) und Nicholas Bandurak (54.) schrauben zunächst das Resultat auf 8:0 hoch, ehe Gareth Furlong (7m, 58./E, 59.) noch für etwas Ergebniskosmetik sorgen kann.
Das Duell zwischen Rekordolympiasieger gegen Rekordweltmeister muss über den zweiten Zwischenrundenplatz der Gruppe D entscheiden. Pakistan bräuchte einen Sieg über Indien, um den Nachbarn noch auf Rang drei zu verweisen. Doch davon bleiben die Grünhemden letztlich weit entfernt. Kapitän Harmanpreet Singh mit zwei Ecken (5./21.), Abhishek (11./24.) und Hardik Singh (E, 35.) lassen Indien über 3:0 und 4:1 auf 5:2 wegziehen. Pakistan kann durch Hannan Shahid (22./46.) und Sufyan Khan (E, 24.) das Ergebnis im Rahmen halten. Am Ende steht es 5:3 (4:2) aus Sicht von Indien.
In der Gruppe B sichert sich Deutschland durch das 1:1 gegen Frankreich (siehe Extrabericht) neben dem bereits vorher feststehenden Weiterkommen auch den Gruppensieg.
Favorit Belgien könnte zum Abschluss des Tages tatsächlich noch ausscheiden, falls es gegen Malaysia verliert. Das Unvorstellbare passiert erwartungsgemäß nicht. Doch der Weltranglistenerste zeigt bei drei Gegentreffern gegen den krassen Außenseiter erstaunliche Defensivschwächen. So kann Malaysia die Belgier durch Tore von Ainan Rozemi (E, 31.), Jalil Marhan (E, 37.) und Akhimullah Anuar (52.) mehrfach ärgern. Und hätte Abiu Kamal Azrai drei Minuten vor Ende einen Siebenmeter nicht neben den Kasten von Vanasch gesetzt, sondern das 4:5 erzielt, wäre es für Belgien vielleicht noch einmal richtig unangenehm geworden. Letztlich können sich die Hausherren bei ihrem Goalgetter Tom Boon bedanken, der vierfach (16./19./E, 35./E, 52.) trifft. Thibeaux Stockbroekx (42.) fügt auch noch einen Treffer zum 5:3 (2:0)-Sieg des Favoriten bei, der allerdings ohne Punkte in die Zwischenrunde geht.

Belgiens Torjäger Tom Boon (links) nähert sich einmal mehr dem malaysischen Kasten um den überragenden Torwart Zaimi Mat Deris. Auf vier Treffer bringt es Boon beim 5:3-Sieg seiner Mannschaft. Foto: Worldsportpics







