Abschluss der Vorrundengruppen C und D bei den Damen sowie A und C bei den Herren. Das prominenteste Opfer ist England. Für die Britinnen ist das 0:0 gegen Indien zu wenig, jetzt müssen sie als Gruppendritter in die Platzierungsrunde. Bei den Herren kann Spanien gegen Irland erst im Schlussviertel ein Ausscheiden abwenden. Auch die belgischen Gastgeberinnen müssen hart für ihr Weiterkommen kämpfen.
Chinas Damen lassen nichts anbrennen und sichern sich mit einem 5:1 (3:1)-Erfolg über Südafrika den finalen ersten Platz in der Gruppe D. Meirong Zou (4./58.), Jiaqi Zhong (E, 25.), Anhui Yu (E, 30.) und Yi Chen (46.) treffen für den Asienmeister, Peris-Gail Isaacs kann für den Afrikameister zwischenzeitlich ausgleichen (E, 25.), aber letztlich auch nicht verhindern, dass Südafrika die Vorrunde ohne Punkt abschließt und entsprechend leer in die Platzierungsrunde geht.
China hätte aus Eigeninteresse gerne gesehen, dass England als Tabellenzweiter ebenfalls in die Zwischenrunde einzieht. Denn dann hätten die Chinesinnen die drei Punkte vom 4:2-Sieg über die Britinnen mitgenommen. Doch die Rechnung geht nicht auf. Im Endspiel um Platz zwei liefern sich Indien und England einen harten Fight, bei dem den Asiatinnen bereits ein Unentschieden reichen würde. Die unter Zugzwang befindlichen Europäerinnen rennen, insbesondere in der zweiten Halbzeit, immer wieder an, doch spätestens bei der mehrfachen Welttorhüterin Savita ist Endstation. Selbst bei elf englischen Strafecken ist die indische Keeperin und ihre aufopferungsvoll verteidigenden Vorderleute nicht zu bezwingen. Beim 0:0-Endstand jubeln entsprechend nur die Schützlinge des Niederländers Sjoerd Marijne. Indien nimmt wie China nur einen Punkt (vom 2:2 aus dem Gruppenspiel) mit in die nächste Runde.

Immer ist ein indisches Abwehrbrett, wie hier durch Nikki Pradham, gegen die englischen Damen (rechts Elena Rayer, dazwischen. Indien bringt ein 0:0 ins Ziel und wirft mit diesem Resultat England aus der Zwischenrunde. Foto: Worldsportpics
In Gruppe C beseitigen Spaniens Damen die letzten minimalen Zweifel am Weiterkommen mit einem 3:0 (0:0)-Sieg über Neuseeland. Allein dafür verantwortlich ist Patricia Alvarez, der nach torloser erster Hälfte und Regenunterbrechung ein lupenreiner Hattrick (40./55./60.) gelingt. Neuseeland geht ohne Punkt aus der Vorrunde und so auch in die Platzierungsrunde.
Welchen Platz Spanien belegt und wie viele Punkte die Ibererinnen mit in die „deutsche“ Zwischenrunde F nehmen können, wissen sie bei ihrem Spielende nicht. Alles hängt vom letzten Tagesspiel ab. Belgien und Irland liefern sich hier ein Finale ums Weiterkommen. Die WM-Gastgeberinnen würden nur bei einer Niederlage ausscheiden. Doch danach sieht es lange tatsächlich aus, denn Irland geht durch den Eckennachschuss von Charlotte Beggs (14.) in Führung. Dieses 1:0 hält sich bis ins Schlussviertel, ehe Charlotte Englebert mit dem 1:1 (49.) die vielen belgischen Fans auf der Tribüne in Wavre erlöst. Als Irland in der Schlussphase ohne Torhüterin alles nach vorn wirft, sorgt Ambre Ballenghien 43 Sekunden vor der Schlusssirene für den 2:1-Sieg, der Belgien sogar noch den Gruppensieg sichert. Damit steht auch fest, dass Belgien am Samstag der erste deutsche Gegner in der Zwischenrunde sein wird.
Bei den Herren sichert sich Australien mit einem 2:2 (0:1) gegen Schlusslicht Südafrika den Vorrundensieg in der Gruppe C. Mustaphaa Cassiem sorgt mit zwei verwandelten Strafecken (4./44.) für den Achtungserfolg der Afrikaner. Die bereits weitergekommenen Australier reißen sich in dem für sie kaum mehr bedeutenden Spiel kein Bein heraus, schließlich müssen sie ohne Ruhetag dazwischen schon am Freitag wieder in der Zwischenrunde (gegen Belgien) ran. Joel Rintala (E, 38.) und Ky Willott (43.) sorgen wenigstens dafür, dass es keine Niederlage gibt.
Ein echtes Endspiel um Platz zwei steht zwischen Irland und Spanien an. Favorit Spanien geht mit dem Nachteil ins Duell, unbedingt gewinnen zu müssen, während den Iren schon ein Unentschieden reichen würde. Nach drei Vierteln steht es nach Treffern von Nicolas Alvarez (9.) und Lee Cole (7m, 19.) 1:1, und entsprechend steigt der Druck bei den Mannen von Max Caldas. Doch Spanien besteht die Nervenprobe und kann im Schlussviertel noch zwei Tore von Marc Reyne (E, 47./53.) nachlegen. Mit dem 3:1 geht es für den EM-Dritten in die Zwischenrunde, allerdings ohne Punkte – und ohne Ruhetag. Denn bereits am Freitag (17 Uhr) steht für Spanien das erste Zwischenrundenspiel gegen Deutschland bevor.
Ebenfalls ein Endspiel um Platz zwei (in Gruppe A) und damit um das Aufrechterhalten von Medaillenträumen geht es zwischen Neuseeland und Argentinien. Die Ozeanier brauchen wegen des schlechteren Torverhältnisses einen Sieg, und Kane Russel bringt die „Kiwis“ per Siebenmeter (13.) auch auf Kurs. Ebenfalls per Strafstoß sorgt Argentiniens Tomas Domene (22.) für den 1:1-Halbzeitstand. Im dritten Durchgang beginnt sich Argentinien abzusetzen, als Bautista Capurro (39.) und erneut Domene (E, 43.) für das 3:1 sorgen. Neuseeland setzt früh alles auf eine Karte, wird dabei aber hektisch und leistet sich auch viele einfache Fehler mit bitteren Folgen. Am Ende steht es 1:7, weil Tadeo Marcucci (E, 48.), Nicolas Keenan (52.) sowie nochmals Capurro (58.) und Domene (60.) leichtes Spiel haben, teils mit Empty-net-Toren. Argentinien zieht in die Zwischenrunde ein, allerdings ohne Punkte.
Neuseeland läuft hinterher. Zur klaren Sache zugunsten von Argentinien wird das "Endspiel" um Platz zwei in der Herren-Gruppe A. Foto: Worldsportpics
Den Gruppensieg sichert sich die Niederlande. Die Gastgeber gewinnen auch ihr drittes Vorrundenspiel, heute gegen das punktlose Schlusslicht Japan. Der Außenseiter verkauft sich dabei aber hervorragend. Japan geht durch Kazumasa Matsmoto in Führung (8.) und hält nach dem Ausgleich von Thjis van Dam (12.) immerhin bis ins Schlussviertel hinein ein Unentschieden. Dann setzt sich der Olympiasieger durch Jip Janssen (7m, 50.) und zwei Ecken von Tijmen Reyenga (55./56.) doch noch zum 4:1-Endstand ab.







