30.08.2026 – Mit dem Treffer von Michel Struthoff und einem 1:0-Endspielsieg über Spanien holen Deutschlands Herren am Sonntag in Wavre nicht nur den WM-Titel 2026 sondern machen den Deutschen Hockey-Bund mit dem nun vierten Pokal (nach 2002, 2006 und 2023) zum Rekordweltmeister, zusammen mit Pakistan. Die Bronzemedaille holt sich Argentinien nach einem 2:1-Sieg im Spiel um Platz 3 gegen die Niederlande. Neben dem WM-Pokal gibt es für Deutschland noch den Individualpreis für den „Rising Star“ des Turniers, den 19-jährigen Justus Warweg.
Beim zweiten Wiedersehen mit Spanien in diesen zwei Wochen können die Honamas den Spieß umdrehen. Hatten die Iberer in der Zwischenrunde noch mit 2:1 die Oberhand behalten, so rennen sie im Endspiel bis zum Schluss einem Treffer nach. Und so entscheidet das Tor von Michel Struthoff (44.) das 16.-WM-Finale (siehe eigener Spielbericht)

Hugo von Montgelas (in weiß) mit dem Spanier Nicolas Alvarez im Finale. Der junge DHB-Spieler liefert bei seinem ersten großen Turnier eine ganz starke Leistung ab, auch im Finale. Foto: Worldsportpics
Im Spiel um Platz 3 kommt von Olympiasieger Niederlande lange Zeit erstaunlich wenig. Die bittere 3:4-Halbfinalniederlage gegen Spanien scheint dem Oranje-Team weit mehr den Zahn gezogen zu haben als den Argentiniern deren 1:2 gegen Deutschland. In den Schusskreisen passiert in der ersten Halbzeit fast gar nichts, dann hat Domene das erste Mal Platz, kann Torhüter Meijer mit einem harten Schuss aber nicht bezwingen (38.). Drei Minuten später läuft es anders. Bei einem argentinischen Freischlag in den holländischen Kreis verliert Verteidiger de Mol den argentinischen WM-Torschützenkönig (und "best player" der WM) aus den Augen, der sich dafür mit einem Stecher aus kurzer Distanz zum 0:1 (41.) und seinem zehnten Turniertreffer bedankt.
Die holländischen Aussichten auf ein gutes Ende reduzieren sich weiter, als Croon bei einem Zweikampf mit Habif den Stock zu hoch einsetzt und den Argentinier im Gesicht verletzt (47.). Zehn Minuten Bankstrafe bekommt der Niederländer dafür aufgebrummt, auch wenn das Foul keine Absicht war. Erstaunlicherweise spielt Oranje in Unterzahl besser als zuvor, derweil Argentinien bei seiner Überzahl trotz einer schnellen und guten Chance durch Mendez (Meijer verhindert gerade noch das 0:2) uneinig scheint, ob es auf ein zweites Tor gehen oder nur den Vorsprung verwalten soll. Das ist ein schlechter Mix und führt tatsächlich ins Unglück. Die Holländer holen ihre zweite Ecke heraus, deren Variante dann perfekt klappt: Von der Mittelspur sticht Floris Middendorp den Ball zum 1:1 (49.) ins Netz. Und es scheint noch besser für Oranje zu kommen. Immer noch in Unterzahl können sie einen Freischlag in den Kreis bringen, den Bijen dann mit einem hohen Rückhandschlag Richtung Tor bringt. Tatsächlich passiert die Kugel Torhüter Santiago, auch weil ein Abwehrspieler den Ball noch mit dem Körper abfälscht. Schiedsrichter Barstow lässt die Szene per VAR checken und nimmt den Treffer dann wegen gefährlichen Spiels tatsächlich zurück (53.). Glück für Argentinien.
In der vorletzten Minute kommen die Südamerikaner dann zu ihrer zweiten Ecke. Der Domene-Schlenzer wird zwar geblockt, doch prallt vor die Füße von Matias Rey. Der argentinische Kapitän, mit 41 Jahren ältester Spieler der WM und Bruder des Nationaltrainers Lucas Rey, schrubbt den Ball brusthoch in den Kasten – 2:1 (59.). Entschieden ist das Spiel trotzdem noch nicht, weil die Holländer – nach Croon-Rückkehr und TW-Herausnahme nun selber in Überzahl – vier Sekunden vor Ende tatsächlich noch eine Ecke herausholen, aus der zwei Folgeecken entstehen. Als auch diese dann von der Abwehr abgelaufen sind, hat es Argentinien geschafft. Für sie ist es die Einstellung ihres besten WM-Ergebnisses, der Bronzemedaille 2014. Für die Niederländer gibt es dagegen erstmals seit 20 Jahren keine WM-Medaille.

Argentiniens Matias Andreotti (Mitte) gegen die Niederländer Justen Blok (links) und Tjmen Reyenga (rechts). Foto: Worldsportpics







