Der von Valentin Altenburg als „Riesenorchester“ bezeichnete Herbstpokal 2026 mit rund 250 Beteiligten ist bestens über die Bühne gegangen. „Ich denke, wir haben unseren schon guten Standard aus dem Vorjahr nochmals übertroffen“, sagt der Technische Direktor Jugend des Deutschen Hockey-Bundes zu der dreitägigen Sichtungsveranstaltung Anfang Oktober in Berlin.
Von Freitagmittag bis Sonntagspätnachmittag hatten sich in Zehlendorf auf der Hockeyanlage am Ernst-Reuter-Sportfeld die größten deutschen Nachwuchshoffnungen mit einer Vielzahl an Trainern aus Bundes- und Landesebene, Schiedsrichtern und Organisatoren zusammengefunden. „Mein Dank gilt dem Berliner Hockeyverband, dem Bundestützpunkt Berlin, den Vereinen BHC und Z88, unseren Teammanagerinnen Laura Stremmel und Marion Büffor, Fabian Jung und seinem Schiedsrichterteam sowie den Turnierleitern Friedrich Najork und Stefan Ehrenberg. Sie alle haben im Vorfeld und vorort für eine großartige Organisation gesorgt“, lobte Altenburg. Günstiger Nebeneffekt für den Jugendsportdirektor: „Ich konnte mich drei Tage lang wirklich voll und ganz auf die Beobachterrolle fokussieren.“
Diese Sichtungsaufgaben hatte Valentin Altenburg unterteilt in torwartspezifische Aspekte, für die DHB-TW-Trainer Jimi Lewis und Marcus Schmidt-Weser verantwortlich waren, athletische Themen, für die der neue DHB-Athletiktrainer Pierre Gillo und Danas-Athletikcoach Max Wagner zuständig waren, sowie die hockeyspezifische Beobachtung, für die neben Altenburg noch der künftige Damen-Bundestrainer Markus Lonnes eingesetzt wurde.
Persönlich eingeladen waren nach Auswertungen der Landessichtungen 92 Mädchen der Jahrgänge 2011 bis 2013 sowie 72 Jungen der Jahrgänge 2011 und 2012. „Dass es nur eine einzige Absage auf weiblicher und sechs Absagen auf männlicher Seite gab, alle wegen Verletzungen, ist ein tolles Zeichen und spricht für sich“, sieht der Jugendsportdirektor ein hohes Interesse der angesprochenen Talente, die gebotene Chance auch tatkräftig ergreifen zu wollen. Freigewordene Plätze wurden kurzfristig aufgefüllt.

Spielen mit hohem Tempo und hoher Intensität - das wollten die Beobachter beim Herbstpokal in Berlin sehen. Unterstützt wurde das mit diversen Sonderregeln, die Jugendsportdirektor Valentin Altenburg aufstellte . Foto: V.Kock
Altenburg hatte im Vorfeld auf Basis einiger Abfragen (Spielpositionen im Verein, „Eckenjobs“ etc.) bereits die Zuordnung der Mädchen in fünf Mannschaften und der Jungen in vier Mannschaften zu je 18 Personen vorgenommen. „Das Ziel, möglichst ausgeglichene Teams zu erstellen und damit für ein ausgewogenes Turnier zu sorgen, ist gut aufgegangen“, sah sich der Jugendsportdirektor im Nachgang bestätigt.
Am Freitag konnten sich nach einer Begrüßung in großer Runde die einzelnen Mannschaften mit ihren quer durch die Republik zusammengewürfelten Spielerinnen und Spielern zusammen mit ihren aus Bundes- und Landestrainern bestückten sportlichen Leitungen finden und gemeinsam trainieren.
Am Samstag und Sonntag wurde dann ausschließlich gespielt. Wie bereits bei den Vorgängerveranstaltungen ließ Altenburg nach einigen „Sonderregeln“ spielen, die den Spielfluss, das Tempo und die Intensität auf dem Platz erhöhen sollten. „Das haben alle, Spieler wie Schiedsrichter, gut hinbekommen“, lobte der Sportdirektor die Umsetzung, zum Beispiel bei der „langen Ecke mit Initiative“, der „Eckenabwehr light“ (ohne Herausläufer, als besonderen Test für Torwarte) oder des limitierten Einsatzes von Schlenzbällen im Spielaufbau.
Dass am Ende „Team rot“ bei den Mädchen mit Haupttrainerin Charlotte Stapenhorst und „Team blau“ bei den Jungen mit Hauptcoach Adrian Kock den Herbstpokal 2026 gewonnen hatte, war letztlich Nebensache.
Der eigentliche Hauptpreis, auf den jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer aus war, ist die Einladung zu den U16-Zentrallehrgängen, die vom 30.10. bis 3. 11 (Mädchen) und 4. bis 8. 11. (Jungen) beide in Ludwigsburg stattfinden werden. Jeweils 36 Plätze stehen da zur Verfügung. „Am Sonntag bis tief in die Nacht und auch am Montagmorgen sind wir da noch zusammengesessen und haben alle Informationen zusammengetragen“, erzählt Valentin über die intensive Auswertung der Beobachtungen und das hoch geschätzte „Viel-Augen-Prinzip“. Auf männlicher Seite sei die Vergabe der 36 Plätze „ganz gut aufgegangen“, nicht ganz so klar sei das Bild auf der weiblichen Seite gewesen, wo man am liebsten fast noch ein paar mehr Talente zum Zentrallehrgang geschickt hätte, verrät Altenburg zur personellen Auswahl. Der Plan ist, im Lauf des Dienstags alle 162 Teilnehmenden des Herbstpokals über die Entscheidungen zu informieren.

Natürlich waren auch die Künste bei den Eckenschlenzbällen gefragt - üben hier bereits die Nachfolger von Jakob Brilla, Benedikt Schwarzhaupt oder Tom Grambusch? Foto: V.Kock
„Wir haben in Berlin beim Herbstpokal richtig spannende Talente gesehen. Gerade bei den Mädchen war die Bandbreite diesmal richtig groß“, ist der Jugendsportdirektor angetan vom Leistungsstand. Wichtig für Valentin Altenburg zu betonen war auch, dass für jene, die es jetzt nicht zum U16-Zentrallehrgang geschafft hätten, die Tür zu einer Jugend-Nationalmannschaft keinesfalls dauerhaft geschlossen wäre. „Die Erfahrung der Vergangenheit zeigt, dass wir im Lauf eines Jahres gerade bei der U16 zwischen 40 und 45 Spieler/innen bei Länderspielmaßnahmen zum Einsatz bringen werden, um die Leistungspyramide auf ein möglichst breites Fundament zu stellen.“
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