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Außerordentlicher Bundestag außerordentlich schnelle Angelegenheit

20.10.2026 

Was machen die Vereine und dazugehörigen Landesverbände im Süden der Republik bloß verkehrt? Seit mehreren Jahren schon wiederholt sich bei den Zwischenrunden um die Deutschen Feldmeisterschaften der Jugend das gleiche Schauspiel, dass die flächenmäßig größte Region in Deutschland, wo in der Summe auch die meisten Hockeyvereine und -mannschaften beheimatet sind, ziemlich schwach aussieht. Zumindest was die Erfolgsbilanz im Vergleich vor allem zum Westen und Norden, sprich Hamburg, angeht. Auch heuer ist das wieder so: Von 24 Plätzen bei den sechs DM-Endrunden 2026 konnte sich der Süden nur zwei durch ein gewonnenes Zwischenrundenturnier sichern. Da haben West (9) und Hamburg (7), aber auch Ost/Berlin (5), ganz anders zugeschlagen. Im Detail haben wir den aktuellen Stand in der Digitalausgabe Nr. 35 der Deutschen Hockey Zeitung zusammengefasst.

Themenwechsel: Ganz geräuschlos fand Anfang vergangener Woche ein Außerordentlicher Bundestag des Deutschen Hockey-Bundes statt. Wenn man bedenkt, dass solche Anlässe erstens rar gesät sind (in der 117-jährigen Geschichte des DHB gab es mit der jüngsten Versammlung erst sieben davon) und zweitens sonst wirklich große Themen zum Gegenstand hatten - so ging es 1952 um die offizielle Einführung von Hallenhockey in Deutschland, 1966 um die Einführung einer Bundesliga (damals abgelehnt), 1990 um die Aufnahme der ostdeutschen Verbände und Vereine in den DHB oder 2002 um die Gründung einer einteiligen 1.Bundeliga -, so war der aktuelle Anlass wahrlich unspektakulär. Aber trotzdem notwendig.

 

Großer Titel, schnelle Sache - das lässt sich zum Außerordentlichen Bundestag sagen, der am 12. Oktober rein virtuell über die Bühne ging. Aus Termingründen blieb dem Deutschen Hockey-Bund gar nichts anderes übrig, als eine außerplanmäßige Mitgliederversammmlung auf die Beine zu stellen. Bis zum Jahresende 2026 musste die DHB-Satzung angepasst werden, um dem neuen Welt-Anti-Doping-Code zu entsprechen. Letztlich nicht mehr als eine Formalie. Und die war in kürzester Zeit - bei Einhaltung aller Formalien - auch erledigt. In gerade mal 18 (!) Minuten war über eine Videokonferenz alles eingetütet. Screenshot: DHZ

Es ging um die Anpassung der DHB-Satzung an den zum 1. Januar 2027 in Kraft tretenden neuen Welt-Anti-Doping-Code. Dieser sieht vor, dass auf nationaler Ebene die ausschließliche Zuständigkeit für das Ergebnismanagement und die Disziplinarverfahren bei der jeweiligen Nationalen Anti-Doping-Organisation liegt. Für den DHB bedeutet dies, dass die NADA künftig das Ergebnismanagement und die Durchführung der Disziplinarverfahren übernimmt. Über diese entscheidet erstinstanzlich das Deutsche Sportschiedsgericht. Die bisherige Zuständigkeit der Anti-Doping-Kommission des DHB entfällt. Weil entsprechende Regelungen zum Zeitpunkt der Ordentlichen Bundestages 2025 noch nicht bekannt waren, aber bis zum 1. Januar 2027 umgesetzt sein müssen, konnte man beim DHB nicht bis zur nächsten Mitgliederversammlung im Mai 2027 warten.

Die (virtuelle) Zusammenkunft am 12. Oktober ging nun ausschließlich online über die Bühne und war in Rekordzeit (18 Minuten!) abgehandelt. Diskussionslos hatten die 256 offiziell vertretenen Stimmen (von 2059 möglichen) dem vorliegenden Antrag zur Satzungsänderung zugestimmt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird dieser Außerordentliche Bundestag 2026 der kürzeste in der Verbandsgeschichte bleiben.

 

 

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